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11.02.2014

10:01 Uhr

Aktie im Fokus

Munich Re ist keine Katastrophenaktie

Quelle:Börse am Sonntag

Das vergangene Jahr war ein Erfolg für die Munich Re. Das Rückversicherungsunternehmen steigerte seinen Gewinn von 3,2 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro. Doch die Stimmung bei vielen Analysten ist eher verhalten.

Munich Re

Kein Schaden in der Bilanz

Munich Re: Kein Schaden in der Bilanz

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DüsseldorfDas Ergebnis der Munich Re übertraf sämtliche Erwartungen. Zwar gab es durch die Flut im Frühjahr, Hagelgewitter im Sommer und Stürme im Herbst Schäden in Milliardenhöhe, für die der Rückversicherer zu großen Teilen aufkommen musste. Allerdings blieb die Munich Re letztes Jahr von den Folgen einer Hurrikane-Zerstörung in den USA verschont. Daher musste das 1880 gegründete Traditionsunternehmen für Naturkatastrophen-Schäden mit 764 Millionen Euro rund 40 Prozent weniger ausgeben als noch 2012.

Alleine der Wirbelsturm Sandy an der US-Ostküste verursachte damals Kosten in Höhe von 800 Millionen Euro. Darüber hinaus spielte ein günstiger Steuerbescheid dem Dax-Konzern in die Karten. Mit 100 Millionen Euro bezahlten die Münchner nur einen Bruchteil so viel Ertragssteuern wie im vorangegangen Jahr.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Besonders profitierte das Unternehmen nach eigenen Angaben von Verlustvorträgen aus früheren Jahren in den USA, die es mit den jüngsten Gewinnen verrechnen konnte. Außerdem wurden Steuern für Vorjahre neu berechnet. Positives gab es auch aus dem Erstversicherungsgeschäft der Konzerntochter Ergo zu berichten, die ihren Gewinn von etwa 300 Millionen auf rund 400 Millionen Euro anheben konnte. Weniger gut hingegen lief es bei der Kapitaleinlage. Hier belastete die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken den Rückversicherer. Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich um acht Prozent auf 7,7 Milliarden Euro, was einer Rendite von 3,5 Prozent entspricht. Auch das Eigenkapital schrumpfte um vier Prozent auf 26,2 Milliarden Euro, während der Betriebsgewinn sogar um 17 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro einbrach.

Dennoch will der Vorstand des Branchenprimus aufgrund der insgesamt erfreulichen Geschäftsentwicklung die Aktionäre belohnen: Die Dividende soll um 25 Cent auf 7,25 Euro erhöht werden. „Der Anstieg der Dividende zeigt, dass der Konzern auch künftig gute Ergebnisse erwartet“, kommentiert DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel. Für das aktuelle Jahr befürchtet das Münchner Rückversicherungsunternehmen einen erhärteten Preiskampf bei der Absicherung gegen Naturkatastrophen.

Die klassischen Rückversicherer bekommen durch Großanleger wie Pensionsfonds, die in Katastrophenanleihen und andere alternative Anlagen intensivieren, zunehmend Druck. Auch im traditionellen Geschäft deutet sich eine Verstärkung des Preiskampfes an. Zum Jahreswechsel musste die Munich Re bereits bei der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung einen Preisrückgang um 1,5 Prozent schlucken.

„Das Marktumfeld bleibt sehr herausfordernd“, erklärte das Unternehmen. „Der Wettbewerb ist zum Jahresende sogar noch spürbar härter geworden.“ Für die kommenden Erneuerungsrunden im April und Juli, bei denen dann zahlreiche Verträge im Naturkatastrophengeschäft verhandelt werden, rechnet Rückversicherungsvorstand Torsten Jeworrek mit einer noch schwierigeren Situation. Problematisiert wird die Lage zusätzlich durch die Kunden. Nachdem im vergangenen Jahr die Zahl der Naturkatastrophen zurückging, fordern die Versicherer bessere Konditionen.

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