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15.01.2009

11:48 Uhr

Aktie im Fokus

Postbank im freien Fall

Die Aktie der Postbank fällt und fällt. Erstmals sackt das Papier unter die Marke von zehn Euro – ein neues Rekordtief. Aus Unsicherheit über die weitere Entwicklung setzen erste Analysten die Bewertung der Aktie aus.

Postbank-Aktien sacken erstmals unter 10 Euro. Foto: dpa Quelle: dpa

Postbank-Aktien sacken erstmals unter 10 Euro. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Belastet von negativen Studien in Reaktion auf die neu verhandelte Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank haben die Postbank-Titel am Donnerstag ein neues Rekordtief markiert. Erstmals sackten die Papiere unter die Marke von 10 Euro. Bis zum Mittag brachen die Aktien um 17,72 Prozent auf 9,75 Euro ein.

Bereits am Vortag hatten die neuen Bedingungen der Übernahme die Aktie auf Talfahrt geschickt. Da die Deutsche Bank erst durch den Umtausch einer Anleihe nach Ablauf von drei Jahren die Schwelle von 30 Prozent an der Postbank überschreiten wird, verpuffte Händlern zufolge die vorangegangene Fantasie auf ein mögliches Pflichtangebot an die freien Aktionäre. Nun kappten die ersten Analysten ihre Einschätzungen und Kursziele.

Allen voran stufte JPMorgan die Titel von "Neutral" auf "Underperform" ab und kürzte das Kursziel von 16,50 auf 6,00 Euro. Die neu ausgehandelte Transaktion sei negativ für die Postbank-Aktionäre, da der erste Anteilskauf geringer ausfalle, der Zeitraum für die zweite Tranche verlängert wurde und eine weitere Kapitalerhöhung der Postbank nicht ausgeschlossen werde, schrieben die Analysten. Zudem sei die Postbank auf Basis des Nettovermögenswertes 2009 im Verhältnis zum Kurs eine der teuersten Banken in Europa und weise gleichzeitig die niedrigste Kernkapitalquote auf.

Die WestLB hat sowohl ihre bisherige Bewertung „Add“ als auch das Kursziel von 22 Euro für die Postbank zunächst ausgesetzt. Die Unsicherheit über die Höhe und den Zeitpunkt eines möglichen Übernahmeangebots bleibe bestehen, schrieben die Analysten in einer Studie vom Donnerstag. Kurzfristig sei die Wahrscheinlichkeit für ein Pflichtangebot durch die neuen Bedingungen der Übernahme durch die Deutsche Bank gesunken. Der aktuelle Bewertungsabschlag zur Konkurrenz mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis sei angemessen.

Zudem sei nicht hundertprozentig klar, ob die Deutsche Bank überhaupt ein Angebot für die freien Aktionäre vorlegen wird. Die Deutsche Bank könne vor der Umwandlung der zweiten Tranche ihren ersten Anteil bereits wieder am Markt verkaufen und würde dann weiterhin weniger als 30 Prozent der Anteile halten. Zudem könne eine weitere Kapitalerhöhung der Postbank nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn sowohl die Deutsche Bank als auch die Post sich an einer solchen Maßnahme beteiligen werden, ergäbe sich durch eine Kapitalerhöhung für die Aktionäre ein deutlich verwässernder Effekt für den Gewinn je Aktie.

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