Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.07.2015

16:24 Uhr

Aktie im Fokus

Rekordstrafe bremst Fiat-Chrysler-Aktie aus

US-Sicherheitsbehörden haben gegen Fiat Chrysler eine Rekordstrafe verhängt. Der Konzern hat Fahrzeugfehler bewusst in Kauf genommen. Anleger reagieren verstört: Die sonst gut laufenden Papiere gehen auf Talfahrt.

Fehlerhafte Benzintanks des Geländewagens kommen dem italienisch-amerikanischen Konzern teuer zu stehen. AFP

Jeep von Fiat Chrysler

Fehlerhafte Benzintanks des Geländewagens kommen dem italienisch-amerikanischen Konzern teuer zu stehen.

DüsseldorfSatte 105 Millionen Dollar muss der Autoriese Fiat Chrysler an das US-Verkehrsministerium bezahlen. Noch nie wurde eine so hohe Strafe gegen einen Autokonzern verhängt. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA verdonnerte den Konzern zu dieser Rekordstrafe, da Rückrufaktionen wegen defekter Teile zu keiner Besserung führten.

Die Strafe setzt sie wie folgt zusammen: 70 Millionen muss Fiat Chrysler in bar bezahlen, 20 Millionen müssen investiert werden, um die Qualitätsanforderungen zu erfüllen und die restlichen 15 Millionen werden fällig, sollten Prüfer weitere Verstöße entdecken.

Doch damit nicht genug. Die Vereinbarung mit der Sicherheitsbehörde enthält unter anderem ein bislang beispielloses Rückkaufangebot an Hunderttausende von Autobesitzern. Es umfasst eine Million Jeep-Geländesportwagen, deren Benzintanks bei Auffahrunfällen auslaufen und in Brand geraten können und rund 500.000 Autos des beliebten Kleintransporters Ram, dessen defekte Lenkung zum Kontrollverlust des Fahrzeugs führen kann. Die Wagenrückkaufaktion ist die größte, in den die NHTSA-Behörde je involviert war. Insgesamt wird dem Autobauer Fehlverhalten bei 23 Rückrufaktionen vorgeworfen, die mehr als elf Millionen Fahrzeuge betrafen.

Außerdem wird Fiat Chrysler einen Teil seiner Unabhängigkeit abgeben müssen. Künftig wird die Rückrufpraxis des Konzerns, wie bei Toyota auch, von einer unabhängigen Stelle kontrolliert. Rund drei Jahre werden die NHTSA-Prüfer das Unternehmen unter die Lupe nehmen.

Die Message des NHTSA-Chefs Mark Rosekind sei eindeutig, sagt Clarence Ditlow von der Washingtoner Research-Gruppe Center for Auto Safety. Die Regierung habe das Vertrauen in die Geschicke des Konzerns verloren. „Die Regulierung basierte in der Vergangenheit auf Vertrauen“, sagte Ditlow. Die Autokonzerne hätten dieses Vertrauen allerdings zahlreiche Male verletzt.

Der Vertrauensverlust spiegelte sich auch an den Aktienmärkten wider. Fiat Chrysler gaben an der Mailänder Börse 2,1 Prozent nach auf 13,68 Euro. In der Spitze sackten die Papiere bis zu 3,4 Prozent ins Minus. Die Rückrufaktion könnte die ansonsten starke Performance von Fiat Chrysler im laufenden Jahr ausbremsen. Seit Jahresanfang haben die Papiere über 45 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Volkswagen kommt im selben Zeitraum nur auf ein mickriges Plus von gerade einmal 2,8 Prozent, Toyota legte lediglich 9,5 Prozent zu. Der US-Autoriese General Motors verzeichnet seit dem 1. Januar sogar einen Verlust von 11,5 Prozent.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Franz Paul

27.07.2015, 14:55 Uhr

Ist ja klar. Ist eine europäische Firma.

Herr Heribert Vorholt

27.07.2015, 19:03 Uhr

Quatsch - ist ein kranker (zwei Kranke zusammen ergeben kein gesundes Paar) amerikanisch - italienischer Autobauer. Es stellt sich auch nicht die Frage, "ob" der Laden in die Pleite fährt, sondern nur "wann?".

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×