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23.02.2012

16:17 Uhr

Aktie im Fokus

Sky-Aktionären steht ein heißer Ritt bevor

VonWalter Epp

Die Aktionäre von Sky sind nicht gerade verwöhnt. Daran ändern auch die Kursgewinne in den vergangenen Wochen nichts. Die Zukunft des Unternehmens könnte sich schon bald entscheiden.

Die entscheidende Frage für Sky lautet: Was wird aus der Bundesliga? dpa

Die entscheidende Frage für Sky lautet: Was wird aus der Bundesliga?

DüsseldorfDie Aktie von Sky hat einen erstaunlichen Höhenflug hinter sich. Seit Jahresbeginn steht unter dem Strich ein Kursplus von 54 Prozent. Allein am 2. Februar – als Sky seine Bilanz für 2011 vorlegte – schnellte der Kurs um fast 20 Prozent in die Höhe. Die Aktie kostet aktuell 2,16 Euro.

Doch die Gewinne könnten schnell dahin sein – wie schon so oft in der Vergangenheit. Immer wieder hofften die Anleger auf die Wende, immer wieder stürzte die Aktie anschließend ab. Eine ähnlich erstaunliche Rally wie in diesen Tagen hatte die Aktie zum Beispiel Ende 2010 hingelegt. Der Kurs stieg innerhalb von drei Monaten um mehr als 200 Prozent - bevor es wieder rasant abwärts ging.

Die Aktionäre von Sky sind nicht gerade verwöhnt. Daran ändern auch die Kursgewinne in den vergangenen Wochen nichts. Wer vor Jahren eingestiegen ist, hat heute den Großteil seines Geldes verloren. 2005 kostete die Aktie noch mehr als 20 Euro.

Das Bezahlfernsehen wartet in Deutschland immer noch auf seinen Durchbruch. Immerhin knackte der Sender im vergangenen Jahr erstmals die wichtige Marke von drei Millionen Abonnenten. Unter dem Strich gewann Sky 359.000 zahlende Kunden hinzu, vor allem dank enorm gesteigerter Ausgaben für Werbung. Die Geschäftszahlen fallen nach wie vor schwach aus. Unter dem Strich steht für 2011 ein Minus von rund 277 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr wird es keinen Gewinn geben.

Schwarze Zahlen will Sky zum ersten Mal schreiben, vielleicht auch schon im dritten oder vierten Quartal 2012. Analysten halten das für ambitioniert. Manche bezweifeln, dass Sky überhaupt langfristig Erfolg haben wird. „Sky wächst zwar, aber dieses Wachstums ist zu teuer erkauft und wird sich langfristig negativ auswirken“, sagt Frank Neumann vom Bankhaus Lampe. Der Analyst rät zum Verkauf der Aktie. Analyst Christopher Johnen von HSBC sieht zwar kurzfristig noch Potenzial für die Aktie, die langfristigen Aussichten beurteilt aber auch er skeptisch.

Kommentare (4)

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juan

23.02.2012, 17:45 Uhr

Und dann kommt noch die Champions League. Sollten deutsche Spìtzenteams regelmässig ab dem Achtelfinale ausscheiden rentiert sich der Aufwand auch nicht.

Die Kunden (Sky, Telekom etc. ) sind einfach zu blöde ihre Verhandliungsposition auszunutzen. Die "Events" sind billiger zu haben vorausgesetzt man "pokert oder besser man spricht sich" vor dem Angebot ab.


Account gelöscht!

23.02.2012, 17:56 Uhr

Premiere hat schon nicht funktioniert, wieso sollte dann ausgerechnet Sky dauerhaft bestehen können? Wann fällt den Medien-Heinis eigentlich endlich auf, dass sich Bezahlfernsehen nirgends auf der Welt rentiert?

Gregor_Michels

23.02.2012, 20:02 Uhr

Welch qualifizierter Beitrag ;-)

Bezahlfernsehen lohnt sich fast überall auf der Welt. In Deutschland hat es Pay-TV aufgrund des breit gefächerten Angebots an privaten Sendern und dem ohnehin als Pay-TV zu bezeichnenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk anders als in anderen Ländern sehr schwer.

Die Marktdurchdringung von Bezahlfernsehen in Italien beträgt zum Beispiel aktuell 42,7%, in Frankreich sogar 55,2% und in Großbritannien schreibt der Schwesterkanal von Sky Deutschland - BSkyB - Milliardengewinne. Markdurchdringung dort: 57,1%.

Die Fernsehlandschaft in den USA und in Lateinamerika wäre ohne Pay-TV gar nicht denkbar.

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