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16.06.2014

10:25 Uhr

Aktie im Fokus

Sky profitiert von europäischen Pay-TV-Plänen

Ein pan-europäischer Pay-TV-Konzern könnte bald Realität werden. Berichten zufolge will der britische Bezahlsender BSkyB die Schwesterfirmen aus Deutschland und Italien übernehmen. Sky-Aktionäre begrüßen diese Pläne.

Der britische Bezahlsender BSkyB will seine Schwesterfirmen aus Deutschland und Italien mit ins Boot nehmen. An den Aktienmärkten kommt diese Nachricht gut an. dpa

Der britische Bezahlsender BSkyB will seine Schwesterfirmen aus Deutschland und Italien mit ins Boot nehmen. An den Aktienmärkten kommt diese Nachricht gut an.

FrankfurtDie Aussicht auf die rasche Bildung eines pan-europäischen Pay-TV-Konzerns hat Sky Deutschland am Montag beflügelt. Die Aktien stiegen um bis zu 4,4 Prozent auf 7,05 Euro und übernahmen damit die Spitze im Nebenwerte-Index MDax.

Einem Bericht der „Sunday Times“ zufolge hat der britische Bezahlfernseh-Sender BSkyB die Banken Morgan Stanley und Barclays engagiert, um die Übernahme der Schwesterfirmen Sky Deutschland und Sky Italia zu organisieren. Alle drei Firmen werden von Unternehmen des Medienmoguls Rupert Murdoch kontrolliert.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

BSkyB wolle im Rahmen dieses Deals Murdochs 21st Century Fox 3,5 Milliarden Euro für deren 55-prozentigen Sky Deutschland-Anteil zahlen, berichtete die Zeitung weiter. Die Beteiligung war am Montag an der Börse etwa 3,3 Milliarden Euro wert. BSkyB-Titel notierten in London 0,6 Prozent tiefer.

Von

rtr

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