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04.09.2015

10:10 Uhr

Aktie im Fokus

Sollten Anleger jetzt bei VW einsteigen?

Quelle:Börse am Sonntag

China bremst kaum ein Unternehmen so sehr wie VW – seit März haben die Aktien 35 Prozent verloren. Viele Anleger sehen nun die jedoch Chance zum Einstieg. Der Grund dafür ist allerdings skurril.

Werbung an der Konzernzentrale in Wolfsburg. dpa

Volkswagen

Werbung an der Konzernzentrale in Wolfsburg.

Ein Gespenst geht um in der deutschen Automobilbranche – es spricht chinesisch. Für Angst und Schrecken sorgt es besonders in Niedersachen, genauer gesagt in Wolfsburg. Dort hofft man inständig, dass der Spuk bald ein Ende hat. Einen vagen Hoffnungsschimmer dafür scheinen die aktuellen Kurgewinne zu geben. Doch die Verkaufszahlen müssen nun den steigenden Kursen folgen. Jahrelang gab der Automobilmarkt im Reich der Mitte sowie in weiteren aufstrebenden Schwellenländern richtig Gas, was insbesondere Volkswagen phantastische Ergebnisse bescherte. Doch nun könnte die gestiegene Abhängigkeit zur Achillesferse der Niedersachsen werden.

Im Juli waren die Absatzzahlen auf dem weltgrößten Automobilmarkt wegen der wirtschaftlich schwierigen Situation Chinas den vierten Monat in Folge gesunken – das bedeutet die längste Schwächeperiode seit mindestens fünf Jahren. Von Anfang des Jahres bis Ende des vergangenen Monats konnte VW nur knapp zwei Millionen Fahrzeuge im Reich der Mitte absetzen, was einem Minus von über fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei entschieden sich 7,7 Prozent weniger Chinesen für ein Auto des größten europäischen Herstellers. Für das Gesamtjahr hat VW und die Tochter Audi, in China klarer Branchenprimus im Oberklasse-Segment, das Absatzziel bereits nach unten korrigiert. Man rechnet in Wolfsburg also mit keinem baldigen Ende der China-Flaute.

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Angesichts des extremem Abhängigkeitsverhältnisses – VW verkauft rund 40 Prozent seiner Autos in die Volksrepublik und erwirtschaftet dort etwa 60 Prozent seines Gewinns – dürfte ein längerfristiger anhaltender Abwärtstrend in Fernost erhebliche negative Konsequenzen für Volkswagen haben. Neben China sorgen besonders die einstigen Hoffnungsmärkte Brasilien und Russland momentan für Ernüchterung und so blickt Volkswagen für die ersten sieben Monaten dieses Jahres auf einen weltweiten Verkaufseinbruch um ein Prozent auf lediglich 5,83 Millionen verkaufte Fahrzeuge besorgt zurück. Bestätigt wird dieser Abwärtstrend durch die jüngsten Ergebnisse im letzten Monat Juli, in dem rund um den Globus mit 792.100 Fahrzeugen 3,7 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist an den Kunden gebracht werden konnten. Rückenwind gab es immerhin aus Europa und den USA, wo sich die Geschäfte zuletzt wieder positiv entwickelten.

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