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17.02.2014

14:23 Uhr

Aktie im Fokus

Steigende Carbon-Nachfrage lässt SGL abheben

VonThomas Terhorst

Die Aussicht auf eine deutliche Steigerung der Kohlefaser-Produktion treibt SGL Carbon am Montag auf den höchsten Stand seit Mitte Januar. Dass die Aktien so stark steigen, liegt auch am Nachholpotenzial der Papiere.

BMW will zusammen mit SGL Carbon ihre Kohlefaser-Produktion verdoppeln. obs

BMW will zusammen mit SGL Carbon ihre Kohlefaser-Produktion verdoppeln.

DüsseldorfBessere Aussichten für das Carbonfasergeschäft geben der Aktie des Spezialgrafit-Herstellers SGL Group Auftrieb. Die im Nebenwerte-Index MDax notierten SGL-Titel schnellten zeitweise mehr als elf Prozent in die Höhe und waren damit Spitzenreiter in dem Index. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, wollen SGL und der Autobauer BMW die Produktion in ihrem Carbonfaser-Gemeinschaftsunternehmen verdoppeln und investieren mehr als 100 Millionen Euro. Künftig soll ihr Joint Venture 6000 Tonnen pro Jahr herstellen statt bislang 3000 Tonnen, hatte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gesagt.

Fakten zum Dax

Fakt 1

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Fakt 2

Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Fakt 3

Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Fakt 4

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Fakt 5

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Fakt 6

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Fakt 7

Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.

Fakt 8

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.

Fakt 9

Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.

Ein BMW-Sprecher bestätigte, dass der Konzern das extrem leichte und feste Material künftig in zusätzlichen Modellen einsetzen wolle und sich auch wegen der vielen Bestellungen für die i3- und i8-Wagen auf eine verstärkte Nachfrage vorbereite. Das Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers erweitere deswegen seine Produktionsfläche.

„Die Investoren versprechen sich wegen der großen Nachfrage nach Kohlefasern viel von SGL und greifen daher gerne zu. Dass die Aktien so stark steigen, liegt aber mit Sicherheit auch an dem Nachholpotenzial der Papier“, sagte ein Händler. In den vergangenen zwölf Monaten verloren SGL mehr als 16 Prozent an Wert.

Leichtbau gilt als ein wichtiger Weg der Autobauer, um den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen ihrer Wagen zu reduzieren. BMW ist weltweit bislang der einzige Autohersteller, der das teure Material in der Serienproduktion verwendet. In vielen Bereichen können carbonfaserverstärkte Kunststoffe Metall ersetzen, wodurch das Fahrzeuggewicht sinkt - und damit auch Spritverbrauch und Emissionen. In der Vergangenheit war der Werkstoff für den Serieneinsatz in Autos zu teuer. Inzwischen wird das Material aber dank neuer Techniken und anziehender Stahlpreise immer interessanter.

Um sich den Zugang zu dem Material zu sichern, hat sich BMW-Chef Norbert Reithofer an SGL beteiligt. Seit 2011 kontrollieren die Münchener gemeinsam mit ihrer Großaktionärin Susanne Klatten 42,5 Prozent des Karbonherstellers. BMW und SGL bindet eine enge Partnerschaft. Die in Moses Lake hergestellten Kohlefasern werden in den deutschen Standorten Wackersdorf und Landshut zu Komponenten geformt. Daraus entstehen seit Herbst die eigens entwickelten Elektroautos i3 und i8.

Die Nachfrage läuft besser als erwartet. Nach letzten Angaben wurden seit November 11.000 Elektroautos verkauft, die Lieferzeit beträgt nun schon bis zu sechs Monate. Dabei wird der große Schub erst erwartet, wenn der i3 in den kommenden Monaten auch in den USA und China angeboten wird. Die für dieses Jahr angepeilte Produktion von 25.000 bis 30.000 Autos wird dann nicht mehr reichen. BMW muss also in die Expansion seiner Werke investieren. In München läuft damit Phase zwei der Kohlefaser-Investition an.

Einen ausführlichen Bericht über die weiteren BMW-Pläne zur Kohlefaser-Verwendung finden Sie hier über diesen Link im Kaufhaus der Weltwirtschaft.


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