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22.04.2016

12:18 Uhr

Aktie im Fokus

Ströer-Aktie erholt sich nach Shortseller-Angriff

Nach dem Angriff eines kritischen Investors war die Aktie des Werbevermarkters Ströer am Donnerstag um ein Drittel eingebrochen. Am Freitag gibt es eine leichte Gegenbewegung. Das Unternehmen will sich wehren.

Ströer vermarktet Außenwerbung und Online-Anzeigen. Imago

Heiratsantrag per Plakatwand

Ströer vermarktet Außenwerbung und Online-Anzeigen.

DüsseldorfDie Aktie des Kölner Werbevermarkters Ströer erholt sich am Freitag teilweise von den heftigen Verlusten des Vortags. Am Vormittag notiert die Aktie bei 46 Euro, 4,5 Prozent im Plus. Gleich zweimal verschickte das Unternehmen am Morgen Ad-hoc-Mitteilungen. Zunächst wurde eine ausführliche Stellungnahme zum Angriff eines kritischen Investors für den Vormittag angekündigt, weniger als 20 Minuten später dann für 14 Uhr – verschickt wurde sie dann doch um 11.40 Uhr.

Aktien

Ströer Stellungnahme (zum Download)

Weshalb diese Aufregung? Die Anlagegesellschaft Muddy Waters hatte Ströer am Donnerstag heftig angeschossen. „Aus unserer Sicht ist Ströer nicht das Unternehmen, wofür es der Markt anscheinend hält“, hatten die Experten des Research-Hauses in einem mehr als 60 Seiten umfassenden Bericht geschrieben. Deswegen hätten sie auf fallende Kurse gesetzt („Shortselling“) – diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe.

Die Aktie kollabierte, während des Kursrutschs am Donnerstag wurden 20-mal so viele Ströer-Papiere gehandelt wie an einem durchschnittlichen Handelstag der vergangenen zwölf Monate. Zeitweise gingen fast 800 Millionen Euro an Börsenwert verloren.

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Der Hedgefonds Muddy Waters zweifelt an den Bilanzzahlen des Werbeunternehmens Ströer – und wettet gleichzeitig auf fallende Kurse. Die Aktie verliert zeitweise fast ein Drittel ihres Wertes.

In einer ersten Stellungnahme hatte Ströer kurz nach Bekanntwerden der Anschuldigungen die Vorwürfe zurückgewiesen und versucht, die Vorwürfe zu entkräften. Muddy Waters habe in dem Bericht Dinge „bewusst irreführenderweise dargestellt und mit falschen Behauptungen und Unterstellungen vermengt“, warf Ströer dem US-Investor am Freitag vor. Der Investor handle aus eigenem wirtschaftlichen Interesse, da er auf fallende Kurse bei Ströer gesetzt habe.

Muddy Waters habe „ein fundamentales Eigeninteresse daran, mit falschen Behauptungen (...) den Aktienkurs von Ströer zu manipulieren und bei deutlich sinkenden Kursen signifikante Spekulations-Gewinne zu erzielen“. Ströer werde „verschiedene rechtliche Maßnahmen“ ergreifen und stehe bereits in Austausch mit der Finanzaufsicht BaFin. Die Geschäftsaussichten seien „ausgezeichnet“, an den Prognosen habe sich seit der letzten Veröffentlichung nichts geändert, teilte die Firma mit.

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