Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.02.2015

21:53 Uhr

Aktie im Fokus

Teslas weiter Weg

VonNiklas Dopheide

Der Elektroautohersteller steht unter massivem Druck. Nach schlechten Quartalszahlen und Problemen in China, verlor der einstige Börsenliebling über 14 Prozent in den letzten Monaten. Nur noch einer glaubt fest an Tesla.

Positiv an den Zahlen von Tesla ist der Fakt, dass das Produktionsziel für das Gesamtjahr 2014 erreicht wurde. Die Absatzzahlen blieben jedoch deutlich unter den Erwartungen. dpa

Schwacher Absatz

Positiv an den Zahlen von Tesla ist der Fakt, dass das Produktionsziel für das Gesamtjahr 2014 erreicht wurde. Die Absatzzahlen blieben jedoch deutlich unter den Erwartungen.

Ein charismatischer Firmeninhaber, ein Geschäftsmodell das Autofahren nachhaltiger macht und beeindruckende Wachstumsraten vorzuweisen hat, das ist der Stoff aus dem Börsenlieblinge gemacht sind. Elon Musk und sein Elektroautohersteller konnten in den vergangenen Jahren tatsächlich in die Reihen der „absoluten Lieblinge an den US-Börsen“ aufsteigen, wie aus einer Analyse der Deutschen Bank vom 17 Februar hervorgeht. In den vergangenen drei Jahren stiegen die Papiere um 500, 44 Prozent im Wert.

Die Euphorie um Tesla nahm allerdings mit den Quartalszahlen für das letzte Quartal 2014 ab. Musk präsentierte einen Nettoverlust der von 16 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf aktuell 108 Millionen US-Dollar anstieg. Das schreibt die Deutsche Bank in ihrer Analyse.

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

Auch an der Börse reagieren die Tesla-Aktionäre enttäuscht, in den letzten drei Monaten gab das am Nasdaq gelistete Papier um 14,59 Prozent nach. Analysten spekulieren darüber, ob die Investoren kurz davor stehen ihre Geduld mit Tesla zu verlieren.

Der Tesla-Chef sorgte für noch mehr Verwirrung bei den Anlegern, als er einige Tage nach der Präsentation der schlechten Quartalszahlen, in einer Telefonkonferenz erklärte Tesla werde in zehn Jahren die Marktkapitalisierung von Apple, 700 Milliarden Dollar erreichen.

Niemand glaubt so stark an Teslas Geschäftsmodell wie Musk, schreibt die Deutsche Bank dazu. Dieser Börsenwert scheint jedoch aktuell ein weiter Weg für das Unternehmen zu sein. Zunächst scheint der Elektroautohersteller aber vor Problemen zu stehen. Die schlechten Absätze im China-Geschäft und die schlechten Quartalszahlen drücken die Erfolgsstory.

Im Schlussquartal des vergangenen Jahres konnte Tesla zwar seine Produktionsziele von 35.000 Autos für das Gesamtjahr 2014 erreichen, der Absatz lag mit 9.834 Fahrzeugen deutlich unter den Erwartungen, kommentiert die Deutsche Bank. Die hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, zum Beispiel für die gigantische Fabrik, die in Nevada entsteht und wo Musk Lithium-Ionen Batterien produzieren will, drücken zusätzlich den Umsatz.

Tesla hat große Schwierigkeiten sich am wichtigsten globalen Automarkt, China, zu etablieren. Das Unternehmen argumentierte mit Problemen bei den Ladesystemen. Am Montag setzte die Bank of America Merrill Lynch, in einer sogenannten „cautionary note“ das Kursziel von Tesla auf 65 Dollar. Vorher war die Investmentbank noch von einem Kurs von 70 Dollar ausgegangen. Auch die Prognose für das Kurs-Gewinn Verhältnis reduzierte das Institut um 33 Prozent.

Die Bank argumentierte, der Einstieg Teslas in den Versorger-Sektor könnte sich nicht so schnell bezahlt machen, wie das Unternehmen aktuell annimmt. Das Institut warf Tesla zudem vor, die Produktionsraten gering zu halten, um eine steigende Nachfrage zu suggerieren. Die Aktie gab daraufhin im Handel um 4,5 Prozent auf 207,5 Dollar nach. Das entspricht einem Verlust von zehn Dollar pro Aktie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×