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20.11.2013

12:43 Uhr

Aktie im Fokus

Weltmarktführer Cisco wankt

Quelle:Börse am Sonntag

Internet ohne Cisco ist ungefähr so wie Autofahren ohne Reifen. Nicht nur eine holperige Angelegenheit, sondern fast unmöglich. Doch das Unternehmen hat offenbar eine Reifenpanne. Wie Anleger reagieren sollten.

Cisco-Logo am Unternehmenssitz im kalifornischen San José: Die Zahlen des Netzwerkausrüsters für das erste Geschäftsquartal sind alles andere als berauschend. dapd

Cisco-Logo am Unternehmenssitz im kalifornischen San José: Die Zahlen des Netzwerkausrüsters für das erste Geschäftsquartal sind alles andere als berauschend.

MünchenCisco ist der weltweit größte Netzwerkausrüster. Doch aktuell läuft es nicht so gut wie gewöhnlich. Die Zahlen des ersten Geschäftsquartals, es lief bis Ende Oktober, sind alles andere als berauschend. Der Umsatz stieg nur um zwei Prozent, im Vorjahr und im letzten Quartal waren es noch jeweils sechs Prozent. Am Ende ergibt dies für Q1 einen Umsatz von knapp 12,1 Milliarden US-Dollar nach neun Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Besonders der asiatische Markt mit Fokus auf China und Japan bereitet den Amerikanern Sorge.

Die NSA-Affäre habe einen negativen Einfluss in China gehabt, räumte CEO John Chambers ein. In APJC – Asia Pacific, Japan, China – sind die Umsätze am stärksten zurückgegangen und die chinesischen Wettbewerber Huawei und ZTE holen mächtig auf. Huawei konnte nebst China besonders in Schwellenländern wie Brasilien, Indien, Mexiko und Russland Aufträge gewinnen, die Cisco schon sicher für sich gewonnen zu haben glaubte. Netzwerke der chinesischen Wettbewerber sind wiederum in den Vereinigten Staaten wegen Sicherheitslücken sehr unbeliebt. Doch das war noch nicht alles. Bei Cisco, so räumte Konzernchef Chambers ein, sei nicht nur der Gewinn im abgeschlossenen Quartal rückläufig gewesen. Auch die Wachstumsraten lägen unter den eigenen Erwartungen. Infolgedessen wurden auch die Wachstumserwartungen für das nächste Quartal nach unten korrigiert.

Das sahen Anleger wohl ähnlich, sodass der Aktienkurs daraufhin um fast zwölf Prozent fiel. Es war der größte prozentuale Tagesverlust seit mehr als zwei Jahren. Aktuell steht das Papier bei rund 15,90 Euro. Bis zur vergangenen Woche lief die Cisco-Aktie noch recht rund, im letzten Monat war die Tendenz steigend. Bis zum vergangenen Mittwoch lag der Kurs sogar bei 17,78. Viele Experten glauben Cisco sei auf dem Parkett „stark unterbewertet“ und doch knallte es diese Woche in der kalifornischen Metropole.

Selbst eine Aufstockung des ohnehin laufenden Aktienrückkaufs konnte die Aktionäre nicht begeistern. In der Regel führt allein schon die Ankündigung solcher Maßnahmen zu Kurssprüngen. Doch in diesem Fall überwiegen die Eindrücke der negativen Quartalszahlen.Cisco Systems Kerngeschäft ist die Herstellung und der Vertrieb von Geräten für den Datenverkehr, also Router und Switcher über zertifizierte Partner. Davon gibt es allein in Deutschland 2500. Diese beiden Bereiche machen über 50 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Hinter den meisten Firmen-Netzwerken steckt in irgendeiner Weise Cisco-Technik.

Doch das Geschäft kommt aktuell nur schleppend voran. Um zu einer „langsamen wirtschaftlichen Erholung“ beizutragen, verkündeten die Kalifornier im Sommer, dass das Unternehmen fünf Prozent aller Arbeitsplätze streichen werde. 4000 Stellen würden weltweit wegfallen. Als diese Nachricht Mitte August dieses Jahres lanciert wurde, stürzte das Cisco-Wertpapier ähnlich stark ab, wie es in der vergangenen Woche der Fall war – um zehn Prozent rauschte der Kurs damals nach unten. Nach zwei Wochen ging es aber wieder aufwärts. Das könnte den Anlegern auch in der aktuellen Lage Hoffnung für die Zukunft machen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.11.2013, 17:37 Uhr

Wer kann nach der NSA Affäre sich jetzt noch einem amerikanischen Unternehmen mit seinen Geschäftsdaten anvertrauen. Die Datenzentren gehören nach Europa und ohne Chips die jemals durch amerikanische und/oder chinesische Hände gewandert sind. Die beste Verschlüsselung hilft nichts, wenn ein Passwort über das Netz übermittelt werden muß, und die Router/Server irgendwo in der Welt aufgestellt sind. Eine 128bit Verschlüsselung die bei Https verwendet wird, ist wahrscheinlich bei der NSA nur noch ein Lächeln wert. Im besten Fall stellt es eine kleine Behinderung da.

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