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29.11.2012

16:02 Uhr

Aktie im Fokus

Wird die Telekom zum Dividendenschreck?

Wenn sich Telekom-Aktionäre in den vergangenen Jahren auf irgendetwas verlassen konnten, dann auf die üppigen Dividenden. Doch die Zeit der Geschenke für die Anleger könnte bald vorbei sein. Der Konzern muss sparen.

Telekom-Chef Obermann: Allzu große Geschenke an die Aktionäre kann er sich nicht leisten. dpa

Telekom-Chef Obermann: Allzu große Geschenke an die Aktionäre kann er sich nicht leisten.

BonnT-Aktionäre müssen in nächster Zeit tapfer sein: Die Deutsche Telekom will Milliarden in den Bau superschneller Internetleitungen stecken. Um das zu finanzieren, wird der Bonner Konzern wohl seine Dividende kappen. "Ein Dividenden-Schnitt scheint unvermeidbar", sagt Hannes Wittig, Analyst bei der Investmentbank JP Morgan. Das ist bitter für Anleger, die die einstige Volksaktie meist wegen der üppigen jährlichen Ausschüttungen im Depot haben.

Ansonsten gab es für sie wenig Grund zur Freude: Der Aktienkurs kam nach dem Platzen der Börsenblase Anfang des Jahrtausends nie wieder auf die Beine. Vorstellen wird der Telekom-Vorstand die Pläne auf einem Investorentag Ende nächster Woche. Wenig begeistert sein dürfte der Bund, der noch ein Drittel an dem Ex-Monopolisten hält.

Die Eine-Million-Euro Frage unter Telekom-Beobachtern ist derzeit: Wie tief geht's runter? Für die vergangenen zwei Jahre strichen die T-Aktionäre jeweils 70 Cent pro Titel ein - dieses Jahr dürfte es nochmals die gleiche Summe ausgezahlt werden. "Das Telekom-Management dürfte darauf aus sein, ein aus seiner Sicht attraktives Dividenden-Niveau zu halten, weshalb ich von 60 Cent für die nächsten paar Jahre ausgehe", sagt Wittig.

Möglich wäre auch, dass die Telekom wegen der unsicheren Aussichten noch vorsichtiger agiere und die Dividende auf eine halben Euro senke. Insbesondere das Jahr 2013 dürfte spannend werden. "Die Telekom ist in einer unbehaglichen Position." Sie müsse über ihre neue Dividende entscheiden, bevor klar sei, ob strategische Entscheidungen der vergangenen Monate auch umgesetzt werden können. Von Reuters befragte Analysten rechnen für das Jahr 2013 im Schnitt 57 Cent Gewinnbeteiligung je Titel.

Aktien Eurostoxx 600 Dividendenrendite

Platz 12

Iberdrola zählt zu den größten Energieversorgern in Europa. Mit seinen Dienstleistungen erreicht das spanische Unternehmen rund 16 Millionen Kunden, neun Millionen davon in Spanien.

Dividendenrendite: 9,6 Prozent*

*die angegebenen Dividendenrenditen beziehen sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr, also bereits gezahlte Dividenden. Die Angaben lassen keine Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu. Telefonica bspw. hat bereits angekündigt, für das laufende Geschäftsjahr keine Dividende zahlen zu können.

Platz 11

Firstgroup ist eines der führenden Transportunternehmen in Großbritannien und Nordamerika mit einem Volumen von 2.5 Milliarden Passagieren jährlich.

Dividendenrendite: 10,3 Prozent

Platz 10

France Telecom ist ein globaler Telekommunikationskonzern, der in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk und Internet tätig ist. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 182 Mio. Kunden.

Dividendenrendite: 10,5 Prozent

Platz 9

Tele2 ist ein schwedisches Telekommunikationsunternehmen, das weitestgehend in Europa agiert. Derzeit nutzen in 11 europäischen Staaten insgesamt über 30 Millionen Menschen die Dienste von Tele2.

Dividendenrendite: 11,05 Prozent

Platz 8

TDC ist die größte Telefongesellschaft Dänemarks mit Sitz in mehreren europäischen Ländern.

Dividendenrendite: 11,37 Prozent

Platz 7

Portugal Telecom ist ein weltweit operierender Telefondienstleister mit Hauptsitz in Portugal. Als international tätiger Konzern ist das Unternehmen in sämtlichen Segmenten der Telekommunikationsbranche tätig.

Dividendenrendite: 11,48 Prozent

Platz 6

Telefonica ist ein spanischer Telekommunikationsanbieter. Das Unternehmen ist primär in spanisch oder portugiesisch sprechenden Ländern vertreten.

Dividendenrendite: 11,62 Prozent

Platz 5

Greek Organisation of Football Prognostics (OPAP) ist ein griechischer Lotterie- und Sportwettenanbieter. Das Unternehmen ist Europas größter Wettanbieter.

Dividendenrendite: 11,89 Prozent

Platz 4

Die Telenet Group Holding ist ein belgisches Telekommunikationsunternehmen und der grösste Kabelnetzbetreiber in Belgien. Das Kabelnetz erstreckt sich über die Region Flandern und deckt 61% der Haushalte in Belgien ab. Telenet betreut mehr als zwei Millionen Kunden.

Dividendenrendite: 12,51 Prozent

Platz 3

Actividades de Construcción y Servicios ist eine spanische Unternehmensgruppe, die im internationalen Bausektor tätig ist.

Dividendenrendite: 12,95 Prozent

Platz 2

Die Man Group ist ein international tätiger Finanzdienstleister mit Sitz in London. Der Schwerpunkt der Unternehmensgruppe liegt auf alternativen Investmentprodukten.

Dividendenrendite: 18,65 Prozent

Platz 1

Cairn Energy ist einer der großen europäischen Öl-Explorer.

Dividendenrendite: 85 Prozent*

*Cairn Energy hat in diesem Jahr eine Sonderdividende ausgeschüttet von 160 Pence je Aktie. Das Geld stammt aus dem Verkauf des Indiengeschäfts des Unternehmens. Die hohe Dividendenrendite 2012 lässt also keinerlei Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu.

Vor allem zwei wichtige Fragen sind noch offen. Die Anfang Oktober angekündigte Fusion der US-Sorgentochter T-Mobile USA mit dem kleineren Rivalen MetroPCS muss noch von dessen Aktionären und den Kartellbehörden genehmigt werden. Ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang steht der Telekom 2013 auch in Deutschland bevor: Mitte September hatte der Konzern angekündigt, in den kommenden vier Jahren circa 24 Millionen Haushalten superschnelle Anschlüsse auf Basis der VDSL-Technik zu bieten - das wären doppelt so viele wie bisher.

Gleichzeitig sollen die Zugänge mit 100 Mbit/s wesentlich schnell werden als bisher. Möglich machen soll das alles eine neue Technologie namens "Vectoring". Telekom-Analyst Jochen Reichert von der Bank Warburg sieht in dem Ausbau einen klugen Schritt. "Mit überschaubaren Investitionen könnte das Unternehmen den Geschwindigkeits-Nachteil zu den Kabelnetzbetreibern deutlich verkleinern."

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

29.11.2012, 18:49 Uhr

Sie hätte Ihren Artikel auch so beginnen können: "Wenn sich Telekom-Aktionäre in den vergangenen Jahren auf irgendetwas verlassen konnten, dann darauf, dass die Telekom aufgrund ihrer Unfähigkeit auch nur Standardprozesse zu beherrschen, immer mehr den Bach runter geht." Dass die Dividende dann irgendwann nicht mehr verdient wird - übrigens bereits im letzten Jahr nicht - ist nur die absehbare Folge. Außen Magenta und innen ein Staatsbetrieb, was soll´s.

Schaarschmidt

30.11.2012, 08:50 Uhr

Ich kann mich noch gut erinnern,wie der Anlageberater Scherenberger in den Jahren 94,95 immer vor der Telekom gewarnt hat.Dann stieg sie rasant bis März 2000 und Scherenberger wurde für verrückt erklärt-nun er behielt trotzdem Recht.
Im Übrigen ist bisher aus Sicht des Anlegers jeder Börsengang des Bundes geflopt.Und auch die Postbank stände jetzt bei 8-10 Euro,wenn Ackermann nicht so blöd gewesen wäre die Bude aufzukaufen,zu Lasten der eigenen Aktionäre wohlgemekrt(KE 2010).Dafür steht jetzt deren Kurs so hoch wie schon 1989,Danke Herr Ackermann für die Kapitalvernichtung !)

Account gelöscht!

06.12.2012, 09:25 Uhr

Kann mir bitte jemand mal erklären, was an einer Dividende von 0,50 € so katastrophal sein soll??? Das sind rd. 6% und das in dem Zinsumfeld.

Solange die Telekom noch wenigstens 0,30 € zahlt, ist sie ein ertragreicher Dividendentitel.

Was die Ertragssituation und damit die Dividendenfähigkeit angeht, steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber das ist ja auch nicht Gegenstand dieses Artikels mit der reißerischen Überschrift.

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