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10.01.2013

12:28 Uhr

Aktie steigt rasant

Facebook schürt hohe Erwartungen

In einer geheimnisvollen Mitteilung kündigt Facebook Neues an - und heizt damit die Gerüchteküche an. An der Börse legt die Aktie kräftig zu. Sie kostet wieder mehr als 30 Dollar. Doch Zuckerberg hat noch viel zu tun.

Die Facebook-Aktie hat in den vergangenen drei Monaten rund 50 Prozent gewonnen. dpa

Die Facebook-Aktie hat in den vergangenen drei Monaten rund 50 Prozent gewonnen.

DüsseldorfDie Erwartungen sind groß. Was wird Mark Zuckerberg am kommenden Dienstag verkünden? Der Chef von Facebook wird ein neues Produkt ankündigen, so viel ist klar. In einer Mail hatte Facebook zu einer Präsentation am 15. Januar in Menlo Park eingeladen: „Come and see what we're building“, hieß es darin; „Kommt und schaut euch an, was wir bauen“.
Seitdem überschlagen sich die Spekulationen, was sich wohl hinter der geheimnisvollen Ankündigung verbergen könnte. Manche Experten meinen, dass Facebook in den Markt für Mobiltelefone einsteigen wird. Derartige Gerüchte halten sich schon lange, obwohl sie Zuckerberg immer wieder vehement dementiert hat. Das Geschäft mit Handys sei für sein Unternehmen nicht lukrativ.

Die größten Sorgen von Facebook

Die Nutzer bleiben aus

Facebook ist seit seinen Anfängen im Februar 2004 rasend schnell gewachsen. Das Soziale Netzwerk hat mehr als eine Milliarde aktive Nutzer, knapp 600 Millionen schauen sogar täglich vorbei. „Die Größe unserer Nutzerbasis und ihre Bindung an uns ist entscheidend für unseren Erfolg“, erklärt Facebook. Es gebe aber keine Garantie dafür, dass neue Funktionen gut ankämen und die Mitglieder bei Laune hielten. „Auch eine ganze Reihe anderer sozialer Netzwerke hat schnell an Popularität gewonnen, seitdem ist die Zahl der aktiven Nutzer aber zurückgegangen, in manchen Fällen sogar jäh.“ Facebook spielt damit auf den einst großen Rivalen MySpace an; auch die deutschen Konkurrenten SchülerVZ und StudiVZ bekommen den Facebook-Hype drastisch zu spüren.

Die Werbung bleibt aus

Emsige Nutzer sind gut und schön, aber das Geld bringen erst die Werbekunden. Knapp 90 Prozent der Einnahmen stammten im vergangenen Jahr aus Anzeigen. Bislang tut sich die Werbebranche aber noch schwer damit, den Wert von Facebook-Anzeigen zu erkennen, in vielen Unternehmen gelten sie eher als Experiment denn als fester Bestandteil der Kampagnen. Überdies besuchen immer mehr Nutzer Facebook mit dem Smartphone oder Tablet-Computer. Auf den kleinen Bildschirmen der mobilen Geräte lässt sich Werbung jedoch schlechter platzieren. Immerhin konnte das US-Unternehmen bei den mobilen Anzeigen zuletzt deutlich zulegen – ein Hoffnungszeichen für die Investoren.

Die Konkurrenz schläft nicht

Facebook ist zwar die unumstrittene Nummer eins unter den Sozialen Netzwerken, doch das Internet ist groß. „Wir sehen uns in nahezu jedem Bereich unseres Geschäfts Konkurrenz gegenüber, darunter von Firmen wie Google, Microsoft und Twitter“, erklärt Facebook in einem Bericht an die Börsenaufsicht SEC. So hat Google mit Google+ ein eigenes Soziales Netzwerk aufgezogen, das allerdings noch deutlich kleiner ist als der blaue Riese. Es gibt auch starke regionale Netzwerke, Facebook führt namentlich Cyworld in Korea, Mixi in Japan, die Google-Tochter Orkut in Brasilien und Indien sowie vKontakte in Russland auf. Auf dem chinesischen Markt, wo Facebook noch gar nicht vertreten ist, warten die Platzhirsche Renren, Sina und Tencent. „Einige unserer aktuellen und künftigen Rivalen haben deutlich mehr Ressourcen und eine bessere Stellung in bestimmten Märkten als wir.“

Die Staatsmacht greift durch

Die Regierungen haben Facebook im Blick: „Es ist möglich, dass die Regierungen in einem oder mehreren Ländern die Inhalte von Facebook zensieren oder den Zugang zu Facebook einschränken“, weiß das Unternehmen. Denn das Soziale Netzwerk kann ungeahnte Kräfte entfalten – wie der arabische Frühling zeigte. Die jungen Menschen, die auf die Straße gingen, hatten sich nicht zuletzt über Facebook organisiert. Es habe bereits Zensur unter anderem in Iran, Nordkorea und Syrien gegeben, zählt Facebook auf. Alles große Märkte. In anderen Ländern wie Deutschland musste sich Facebook wiederum Kritik an einem laschen Umgang mit dem Datenschutz vorhalten lassen.

Die Nerds untergraben das Geschäft

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagt, ihm gehe es nicht in erster Linie ums Geldverdienen. Er wolle das Netzwerk vorantreiben. Auf diese Linie hat er auch seine mehr als 3000 Mitarbeiter eingeschworen. „Wir haben eine Kultur, die die Mitarbeiter dazu ermuntert, schnell neue Produkte zu entwickeln und sie rasch einzuführen.“ Diese Firmenkultur vertrage sich aber nicht immer mit dem Geschäftlichen, räumt Facebook ein. „Wir treffen regelmäßig Produktentscheidungen, die unseren Umsatz und unsere Profitabilität kurzfristig schmälern können.“

Nicht weniger wild sind die Gerüchte, Facebook plane den Start einer Suchmaschine, um Google direkt anzugreifen, oder einen Dienst zum Musiktauschen, um iTunes von Apple Konkurrenz zu machen. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Soziale Netzwerk seine Aktivitäten im Bereich E-Commerce ausbauen wird. Erste Schritte in Richtung eines Shopping-Portals hat Facebook, etwa mit „Facebook Gifts“, bereits unternommen.
Die Gerüchte haben der Aktie in den vergangenen Wochen nicht geschadet. Der Kurs legte seit Mitte November um 50 Prozent zu. Seit ein, zwei Wochen hat die Rally noch einmal an Fahrt gewonnen. Erstmals kostete die Aktie am Mittwoch wieder mehr 30 Dollar.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Inzwischen beurteilen Analysten das Unternehmen viel positiver. Facebook sei kein anderes Unternehmen, sagte Michael Pachter, Analyst bei Wedbush Securities, dem Wallstreet Journal. „Aber es gibt mehr Hinweise darauf, dass sie anfangen, die Dinge zu tun, von denen wir gedacht haben, dass sie sie tun könnten.“
Ein entscheidender Fortschritt: Facebook hat offenbar einen Weg gefunden, um an Nutzern von Smartphones oder Tablets zu verdienen. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um 32 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Die Anzeigen auf mobilen Geräten steuerten rund 150 Millionen Dollar zum gesamten Umsatz bei. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal hatten die mobilen Anzeigen nur 40 bis 50 Millionen Dollar eingebracht. Mit Spannung wird erwartet, ob sich dieser Trend bei der Vorlage der nächsten Zahlen am 30. Januar bestätigt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.01.2013, 12:50 Uhr

Die fundamentalen Geschäftsdaten haben sich überhaupt nicht geändert. Somit besteht m. E. kein Grund an einen nachhaltigen Aufschwung der Aktie zu denken. Spekulanten ist dies freilich egal...

Account gelöscht!

10.01.2013, 14:28 Uhr


Zuckerberg ist ein Trickser

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