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14.01.2010

08:38 Uhr

Aktie unter der Lupe

Entlassungen beflügeln UPS

VonAnette Kiefer

Der US-Paketdienst UPS profitiert von der Erholung an den Weltmärkten - und streicht Stellen. Ab April sollen rund 1 800 Mitarbeiter aus den Management- und Verwaltungsetagen entlassen werden. Der strikte Unternehmenskurs erfreut die Anleger: Die Aktie schoss zuletzt auf ein neues Jahreshoch.

Maschinen des Paketdienstleisters UPS. Reuters

Maschinen des Paketdienstleisters UPS.

STUTTGART. Der weltgrößte Paketdienst United Parcel Service (UPS) wird seinen Anlegern in diesem Quartal endlich wieder erfreuliche Zahlen liefern. Das jedenfalls erwarten die Analysten, nachdem UPS vor einigen Tagen Stellenstreichungen angekündigt und gleichzeitig die Prognose angehoben hat. Der Aktienkurs erreichte prompt ein neues Jahreshoch bei knapp 63 Dollar, etwa 40 Prozent über dem Tiefstand von vergangenem März.

Das Unternehmen aus Atlanta erwartet jetzt einen Gewinn von 73 bis 75 Cent pro Aktie, nachdem man im Oktober von höchstens 65 Cent ausgegangen ist. „Noch vor einem Jahr wäre UPS nicht in der Lage gewesen, eine solche Aussage zu machen“, sagt Analyst Kevin Sterling von BB&T Capital Markets. Am 2. Februar will UPS die endgültigen Zahlen präsentieren.

UPS gilt seit langem als eines der Unternehmen, die eine erstarkende Wirtschaftslage als erste zu spüren bekommen, weil sie als Transportunternehmen den Handel sowohl zwischen den US-Firmen als auch auf internationaler Ebene ermöglichen. Jeden Tag befördert UPS etwa 15 Millionen Pakete – Schätzungen zufolge beträgt der Gesamtwert der Waren, die sich in UPS-Händen befinden, jederzeit etwa sechs Prozent des gesamten US-Bruttoinlandsprodukts. Und in der Weihnachtssaison stieg die Zahl der per Luftfracht verschickten Güter über den Vorjahreswert.

Analysten rechnen damit, dass sich der Aufwärtstrend in diesem Jahr weiter fortsetzt. James Corridore von Standard & Poor’s etwa erwartet, dass sich der Umsatz bei UPS weiter steigern wird, und erhöhte sein Anlageurteil von Halten auf Kauf. Insgesamt raten acht von 23 Banken dazu, die Aktie zu kaufen, 14 empfehlen zu halten und eine den Verkauf.

Das geplante Stellenstreichungsprogramm trifft bei den Experten auf Zustimmung. Ab April sollen rund 1 800 Mitarbeiter aus den Management- und Verwaltungsetagen entlassen werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte UPS 13 000 Stellen abgebaut, doch die jüngsten Streichungen hätten nichts mit der Wirtschaftslage zu tun, sagte UPS-Sprecher Norman Black.

Vielmehr hätte sich das Unternehmen entschlossen, schlanker zu arbeiten und sein US-Geschäft künftig nur noch in drei statt fünf Regionen sowie 20 statt 46 Bezirke zu unterteilen. Möglich werde dies durch verbesserte Logistik Computerprogramme und Managementsysteme. UPS habe festgestellt, dass „sie eine Menge mehr Ausgaben haben als nötig“, sagt Analyst Art Hatfield von Morgan Keegan.

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