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02.02.2011

08:50 Uhr

Aktie unter der Lupe

McDonald’s nährt den Hunger der Investoren

VonAnette Kiefer

McDonald’s lockt mit billigen Burgern und macht gutes Geld mit Obstsäften. Mit dieser Mischung kann die Fast-Food-Kette Kunden und Analysten überzeugen. Doch die steigenden Preise für Lebensmittel könnten den Anlegern den Appetit verderben. Ist die Kette für den Preiskampf gerüstet?

Goldene Zeiten für die "Golden Arches": McDonalds baut den Gewinn aus. ap

Goldene Zeiten für die "Golden Arches": McDonalds baut den Gewinn aus.

STUTTGART. In Krisenzeiten schlägt sich McDonald's besser als andere Restaurants - das haben die aktuellen Quartalszahlen vor wenigen Tagen erneut belegt. Trotz des niedrigen Verbrauchervertrauens und der hohen US-Arbeitslosenzahlen lief das vergangene Jahr ausgesprochen erfolgreich für die weltgrößte Burger-Kette mit einem Nettogewinn von 1,2 Milliarden Dollar allein im vierten Quartal. Anfang Dezember erreichte die Aktie ein Allzeithoch bei knapp 81 Dollar. Sechzehn von 26 Banken raten aktuell zum Kauf der Titel, neun zum Halten.

Die größte Baustelle für McDonald's dürften dieses Jahr die steigenden Lebensmittelpreise werden. Vor allem die Rindfleischpreise, einer der größten Kostenfaktoren für das Unternehmen, könnten 2011 weiter steigen. McDonald's-Finanzchef Peter Bensen kündigte daher an, man werde durch Preiserhöhungen einen Teil der Zusatzkosten an die Kunden weitergeben - "aber nur da, wo es sinnvoll ist".

Analysten befürchten dennoch, dass steigende Preise die Kunden vergraulen könnten. Auch innerhalb der Branche werde der Druck wachsen, wenn die Konkurrenz versuche, die Preissteigerungen so wenig wie möglich an die Kunden weiterzugeben. Die Preispolitik werde in diesem Jahr eine entscheidende Rolle spielen, sagt Analyst John Glass von Morgan Stanley.

Andererseits habe gerade McDonald's in dieser Hinsicht am wenigsten zu befürchten, sagt John Ivankoe von J.P. Morgan. Auch der Investmentstratege Peter Jankovskis von Oak Brook Investments schätzt: "McDonald's ist so groß, dass sie einigen Druck auf ihre Lieferanten ausüben können." Außerdem könnten sie auch die Portionsgrößen ändern, so dass die Kunden zwar kleinere Rationen bekommen, aber dafür nicht mehr ausgeben müssen als zuvor.

Zudem stimme McDonald's Angebotsmix, befinden die Analysten. Einerseits lockt die Fast-Food-Kette mit billigen Burgern und dem Ein-Dollar-Menü; andererseits hat sie eine Reihe von teureren Produkten eingeführt, die weiterhin gut laufen. Im Vergleich zu 2007 hat sich die operative Gewinnmarge von 17 auf 31 Prozent nahezu verdoppelt. Der Umsatz stieg kontinuierlich das ganze Jahr hindurch - auch dank der Smoothie-Obstdrinks und gekühlter "Frappé-Getränke". "Smoothies und Frappés haben trotz des harten Winters alle selbst gesteckten Verkaufsziele übertroffen", lobt Len Zacks vom Onlinebörsenberater Zacks Investment Research. In diesem Sommer soll außerdem gefrorene Limonade dazukommen.

Überdies gilt McDonald's bei vielen Kunden offenbar inzwischen als relativ gesunde Alternative zu herkömmlichem Fast Food. Die Marktforschungsfirma "Women at NBCU" ermittelte, dass McDonald's derzeit zu den Marken gehört, über die sich Frauen am häufigsten im Internet informieren.

750 McDonald's-Restaurants mehr soll es Ende des Jahres weltweit geben. Vor allem in China hat die Kette gegenüber dem Konkurrenten Yum Brands und dessen Kentucky-Fried-Chicken-Läden noch einiges aufzuholen, denn dort liegt der Marktanteil von McDonald's derzeit bei lediglich 16 Prozent. Er soll in den kommenden Quartalen ebenso weiter steigen wie der Umsatz insgesamt. Bisher stammt mit 40 Prozent der größte Teil des Umsatzes aus Europa, die USA steuern weitere 35 Prozent bei. Derzeit besitzt McDonald's in China rund 1 300 Filialen, in den USA aber mehr als das Zehnfache - auch deshalb räumen die Experten dem Unternehmen auf dem chinesischen Markt noch großes Wachstumspotenzial ein.

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02.02.2011, 15:24 Uhr

Gesundheits- und umweltschädlicher ammoniakverseuchter Fastfooddreck, den die Welt nicht braucht.

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