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11.04.2012

09:41 Uhr

Aktie unter der Lupe

Warum SGL Carbon Schlusslicht ist

VonAlisha Ricard

Die SGL Carbon Aktie ist Schlusslicht im MDAX: Sie verlor seit Jahresbeginn zwölf Prozent, so viel wie kein anderer Titel. Zu Recht, sagen Analysten - und raten zum Verkauf.

Das Logo der SGL Group am Eingang des SGL Carbon-Werks. dpa

Das Logo der SGL Group am Eingang des SGL Carbon-Werks.

FrankfurtWenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Im Falle von SGL Carbon waren es Gerüchte um einen Bieterstreit, die den Aktienkurs im vergangenen Jahr in die Höhe trieben. Nun sieht es bescheiden aus: Die Aktie verlor seit Jahresbeginn knapp zwölf Prozent – so viel wie kein anderer Titel im MDax. Die Großaktionäre, darunter BMW und VW, haben kein Interesse an höheren Anteilen; die Gerüchte zerstreuten sich.

Vorstand und Management stockten jedoch zuletzt selbst auf: Vier Millionen Euro investierten sie in die eigenen Aktien. Die gewannen daraufhin gestern um drei Prozent auf 33,90 Euro. Dennoch ist die Aktie vom Höchstwert des vergangenen Jahres von gut 47 Euro weit entfernt. „In den letzten Wochen ging Stück für Stück die Luft raus“, sagt Marc Gabriel, Analyst beim Bankhaus Lampe, mit Blick auf die Gerüchte um die Großaktionäre.

Steigerungspotenzial sieht Gabriel für die Titel nicht und rät zum Verkauf. „Wir halten fundamental einen Wert von 30 Euro für fair.“ Damit ist er einer Meinung mit der Mehrheit der Analysten. Von 20 Analysten, die die Aktie laut Datenanbieter Bloomberg beobachten, raten 13 zum Verkauf und nennen dabei im Durchschnitt ein Kursziel von nur gut 29,22 Euro.

Das operative Geschäft von SGL ist durch den Bieterstreit in den Hintergrund geraten. Expansionspläne und eine steigende Nachfrage nach Karbonfasern klingen zwar vielversprechend. Allzu viel Anlass zum Optimismus gibt es dennoch nicht.

Mit der Übernahme des portugiesischen Acrylfaserherstellers Fisipe baut SGL seine CFC-Sparte, die Herstellung von Karbonfasern, aus. Fisipe soll die Vorprodukte liefern. Relevant sind Karbonfasern unter anderem für Windparks. Und hier sieht es nicht gut aus: Die Finanzierung stockt. Bis das Geld fließt, dürften laut Thorsten Strauß, Analyst bei der NordLB, zwei bis drei Jahre vergehen.

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