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19.03.2013

16:33 Uhr

Aktien

Apple startet Dividendenrodeo

Apple könnte seine Dividende um mehr als 50 Prozent steigern. Kaum ein US-Unternehmen wäre dann so spendabel wie der Kultkonzern. Die Kurspflege ist bitter nötig, denn Apple-Aktionäre haben bisher nichts zu lachen.

Apple-CEO Tim Cook. AP/dpa

Apple-CEO Tim Cook.

Apple galt lange als heißester Technologiewert der Welt. Doch seit Herbst vergangenen Jahres verlor die Aktie mehr als ein Drittel an Wert. Das Management möchte die Anleger jetzt offenbar mit neuer Großzügigkeit besänftigen.

Nach einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten wird Apple die vierteljährliche Ausschüttung wahrscheinlich um 56 Prozent auf 4,14 Dollar je Aktie hochschrauben. Mit der sich daraus ergebenden Dividendenrendite von 3,6 Prozent läge Apple vor 84 Prozent der Dividenden zahlenden Unternehmen im US-Benchmarkindex Standard & Poor's 500. Eine Ausschüttung könne der Konzern aus dem bestehenden Cash-Flow finanzieren ohne steuerpflichtige Gewinne aus dem Ausland dafür zu benötigen, schätzt Analyst Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffray.

Apple-Vorstandschef Tim Cook hat vor rund einem Jahr die Dividendenzahlung bei dem Iphone-Hersteller wieder eingeführt und einen Aktienrückkauf im Volumen von zehn Milliarden Dollar angekündigt. Inzwischen steht er jedoch unter steigendem Druck, einen höheren Anteil der 137,1 Milliarden Dollar in bar und Investments des Konzerns an die Aktionäre auszuschütten. Investoren wie die von David Einhorn geleitete Hedge-Fonds-Gesellschaft Greenlight Capital wollen mehr Geld sehen, da sich das Wachstum bei Apple abschwächt und die Konkurrenz durch Samsung und andere Technologieunternehmen schärfer wird.

“Die Anhäufung liquider Mittel wird langsam übertrieben”, sagt Brian White, Analyst bei Topeka Capital Markets in New York. “Egal was für ein pessimistisches Szenario man annimmt, sie werden niemals so viel Bargeld brauchen.”

Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

Platz 10

Chevron

Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 9

Nestle

Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

Branche: Konsumgüter

Platz 8

IBM

Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 7

Microsoft

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 6

General Electric

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Mischkonzern

Platz 5

Wal-Mart

Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

Branche: Handel

Platz 4

PetroChina

Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 3

Berkshire Hathaway

Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

Branche: Investment

Platz 2

Exxon Mobil

Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 1

Apple

Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Berechnung

Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

Greenlight, die nach eigenen Angaben mehr als 1,3 Millionen Apple-Aktien hält, drängt Apple, Vorzugsaktien mit höherer Rendite auszugeben, um mehr Geld an die Investoren auszuschütten. Im Februar blockierte die Hedge-Fonds-Gesellschaft erfolgreich eine Abstimmung auf der Apple-Hauptversammlung, die eine Zustimmung der Aktionäre für die Schaffung von Vorzugsaktien nötig gemacht hätte.

Kommentare (9)

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Egal

19.03.2013, 17:17 Uhr

"Nach einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten wird Apple die vierteljährliche Ausschüttung wahrscheinlich um 56 Prozent auf 4,14 Dollar je Aktie hochschrauben und damit im Jahr 15,7 Mio. Dollar an die Aktionäre zahlen."

15,7 Milliarden (Mrd.) Dollar.

Einweckglas

19.03.2013, 19:34 Uhr

Die sollen mal lieber anfangen Steuern zu zahlen, statt sich ständig in "Tax avoidance" zu perfektionieren. Aber der verbraucher ist ja so doof und rennt denen die Bude ein. Kein soziales Gewissen, weder die einen (Apple) noch die anderen (Verbraucher / Apple-Nerds)

Dominik

19.03.2013, 20:35 Uhr

Mir ist es eigentlich egal, ich hole mir wohl das Samsung S4, weil ich das warten auf Inovationen bei dieser Firma satt habe. Was haben Apple und die SPD gemeinsam, beide haben Ihren Zenith überschritten ohne es zu merken. ....ha ha ha..

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