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25.06.2013

15:17 Uhr

Aktien

Berlusconis Mediaset macht Vortags-Verluste wett

Silvio Berlusconis Verurteilung erschüttert das Image Italiens. Die Aktien seines Medienkonzerns Mediaset aber haben sich wieder erholt. Auch auf die Regierung hatte das Urteil bisher keine Auswirkungen.

Die Aktien des italienischen Medienkonzern Mediaset, der in der Hand der Familie Berlusconis ist, haben sich wieder verteuert. dpa

Die Aktien des italienischen Medienkonzern Mediaset, der in der Hand der Familie Berlusconis ist, haben sich wieder verteuert.

FrankfurtDie Aktien von Silvio Berlusconis Medienkonzern Mediaset haben ihre Vortagesverluste am Dienstag wieder wett gemacht. Die Titel verteuerten sich in Mailand um bis zu 5,4 Prozent auf 2,52 Euro. Zu Wochenbeginn hatten Mediaset mehr als fünf Prozent an Wert eingebüßt, nachdem Berlusconi wegen Sex mit einer Minderjährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war.

Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig, der 76-Jährige kündigte umgehend Revision an.

Die Gerichtsprozesse des Cavaliere

Es ist nicht Berlusconis erstes Mal vor Gericht

In zahlreichen andere Verfahren gelang es dem heute 76-jährigen Politiker und Medienunternehmer immer wieder, den Fängen der Justiz zu entkommen. Er wurde entweder freigesprochen oder die gegen ihn gefällten Urteile wurden später wieder aufgehoben beziehungsweise wegen Verjährung nicht rechtskräftig.

1994

Bestechung von Finanzbeamten: Verurteilung 1997 in erster Instanz zu 33 Monaten Gefängnis. Freispruch im Berufungsverfahren im Jahr 2000, zum Teil wegen Verjährung, bestätigt ein Jahr später durch das Revisionsgericht.

1995

Bilanzfälschung: Angeklagt, mit Hilfe schwarzer Kassen den Fußballer Gianluigi Lentini für seien Klub AC Mailand eingekauft zu haben, profitiert Berlusconi 2002 dank eines von seiner Partei im Parlament verabschiedeten Gesetzes erneut von der Verjährungsregelung.

Steuerbetrug beim Kauf einer Luxusvilla in Macherio bei Mailand: verjährt.

Bilanzfälschung beim Erwerb der Filmgesellschaft Medusa. Berlusconi wird 1997 in erster Instanz zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Freispruch im Berufungsverfahren im Jahr 2000, ein Jahr später in der Revision bestätigt.

Illegale Finanzierung der Sozialistischen Partei (PSI) über die Tarnfirma All Iberian. 1998 Verurteilung zu 28 Monaten Haft. Freispruch im Berufungsverfahren ein Jahr später, im Jahr 2000 Bestätigung durch das Revisionsgericht.

1996

Anklage wegen Bilanzfälschung im Zusammenhang mit der Affäre All Iberian. Freispruch 2005.

1998

Richterbestechung, um den Erzrivalen Carlo de Benedetti am Kauf des halbstaatlichen Lebensmittelunternehmens SME zu hindern. Der Kassationsgerichtshof spricht Berlusconi 2007 in letzter Instanz frei.

2012

Steuerbetrug rund um Berlusconis Medienimperium Mediaset. Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Amtsverbot. Wegen einer allgemeinen Amnestie wird die Haftstrafe aber sofort auf ein Jahr verkürzt.

März 2013

Beihilfe zur Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu einem Finanzskandal im Jahr 2005. Verurteilung in erster Instanz zu einem Jahr Haft.

Juni 2013

Berlusconi wird wegen Begünstigung der Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Zudem darf er nach dem von einem Gericht in Mailand verkündeten Urteil im sogenannten Rubygate-Prozess keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden. Das Urteil wird jedoch erst vollstreckt, wenn die Revisionsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

1. August 2013

Das Kassationsgericht in Rom bestätigt im sogenannten Mediaset-Prozess die von den Vorinstanzen verhängte auf ein Jahr reduzierte Haftstrafe. Die Verurteilung zu einem fünfjährigen Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter wird jedoch zur erneuten Verhandlung nach Mailand zurückverwiesen.

Die ganze Geschichte habe Auswirkungen auf das Image von Italien, aber nicht unbedingt auf die Regierung selbst, sagte ein Börsianer. Am Montag hatten einige Anleger noch befürchtet, dass die ohnehin fragile Koalition von Ministerpräsident Enrico Letta - in der Berlusconis Mitte-Rechts-Partei mitregiert - durch das Urteil weiter in Bedrängnis geraten könnte.

Im schlimmsten Fall gingen Anleger von einem Bruch der Koalition aus, sollte Berlusconi zu dem Schluss kommen, die Regierung gewähre ihm keinen rechtlichen Schutz.

Von

rtr

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