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06.10.2014

14:14 Uhr

Aktien gefallen

Gehört französischer Atomkonzern Areva bald zum Ramsch?

Die Rating-Agentur Standard & Poor's könnte die Kreditwürdigkeit des französischen Atomkonzerns Areva herabstufen, das Unternehmen fiele damit in den sogenannten Ramschbereich. Anleger haben bereits reagiert.

Mit Sorge erwarten Unternehmensspitze und Anleger des Atomkonzerns Areva auf die Entscheidung der Ratingagentur über die Bonitätsnote. Sie wird für Mittwoch erwartet. Reuters

Mit Sorge erwarten Unternehmensspitze und Anleger des Atomkonzerns Areva auf die Entscheidung der Ratingagentur über die Bonitätsnote. Sie wird für Mittwoch erwartet.

Frankfurt am MainAus Furcht vor einer schlechteren Bonitätsnote haben sich Anleger am Montag von Areva getrennt. Die Aktien des französischen Atomkonzerns fielen an der Pariser Börse um bis zu 5,9 Prozent auf 11,81 Euro.

Am Mittwoch wird die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) voraussichtlich bekanntgeben, ob sie die Kreditwürdigkeit von Areva, die derzeit mit „BBB-“ benotet wird, zukünftig schlechter beurteilt.

Die Bewertungen der Ratingagenturen

Die gängigen Ratings

Die Ratingagenturen verwenden für die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten Buchstabencodes. Die Skala beginnt bei Standard & Poor's und Fitch mit der Bestnote AAA (englisch: „Triple A“). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Auch Moody's nutzt diese Buchstabencodes, schreibt sie aber anders (Aaa, Aa, A, Baa, Ba, B usw.)

Die Verfeinerung der Stufen

Die Stufen können auch noch feiner unterteilt werden. Moody's verwendet dafür Ziffern, Fitch nutzt Plus- und Minuszeichen. Eine mögliche Änderung des Ratings kündigen die Agenturen in aller Regel über den Ausblick „positiv“, „stabil“ und „negativ“ an.

Unterschiede zwischen Fitch und Moody's

Ab BB+ (Fitch und Standard & Poor's) oder Ba (Moody's) beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramsch“ (englisch: Junk) genannt wird. Diese Marke gilt für Investoren als deutliches Warnsignal, dass sie Gefahr laufen, ihr Geld zu verlieren. Am Ende der Skala steht mit D der Ausfall, also die Pleite eines Schuldners.

„Ramsch-Niveau“

Wenn ein Land oder ein Unternehmen in den spekulativen Bereich abrutscht, wird es für den Schuldner oft teurer, sich neues Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. Investmentfonds sind nämlich häufig verpflichtet, nur Papiere von Schuldnern oberhalb des Ramsch-Niveaus („Investmentgrade“) im Depot zu halten, und müssen dann solche Titel verkaufen, was die Kurse unter Druck setzt. Auch generell können Abwertungen negative Folgen für die Refinanzierung haben - dies ist aber kein Automatismus.

Wird das Rating um eine Stufe oder mehr gesenkt, rutscht Areva in den sogenannten Ramschbereich. Dieser warnt Anleger vor spekulativen Investments. Viele Fonds müssen ihren Statuten zufolge solche riskanten Anlagen meiden. Insofern könnten bei einer Herabstufung durch S&P Areva-Aktien an der Pariser Börse weiter an Boden verlieren.

Einem Zeitungsbericht zufolge plant das Unternehmen als Reaktion auf die drohende Herabstufung eine Kürzung der Investitionen. Das Wochenblatt „Le Journal du Dimanche“ berichtete ohne Angabe von Quellen, das Management der Firma werde wohl am Dienstag über die Kürzungen beraten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.10.2014, 14:55 Uhr

Warum sollte ein Kernkraftunternehmen in der EU und weltweit zum Ramsch werden?!
Ohne die Kernkraft würde EU-Deutschland schon längst im Dunkel sitzen. Die Energiewende via EEG und anderen Öko-Sozialistischen Subventions- und Abgabenzwängen machen EU-Deutschland zum industriellen Auslaufmodell einer immer mehr an Wohlstand verlierenden europäischen Gesellschaft. Mit der Energiewende wird Volksvermögen (Kraftwerke) EU-Weit vernichtet.

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