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18.10.2011

20:07 Uhr

Aktien im Fokus

Anleger trauen Bank-Papieren nicht mehr

VonIngo Narat, Andrea Cünnen

Die Politik will den Banken höhere Eigenkapitalquoten auferlegen. Trotz billiger Kurse halten sich viele Investoren aber zurück. Sie erwarten laut einer Handelsblatt-Umfrage weitere Abschreibungen und sinkende Buchwerte.

Die Bankenskyline von Frankfurt: Die Finanzhäuser brauchen mehr Geld. dpa

Die Bankenskyline von Frankfurt: Die Finanzhäuser brauchen mehr Geld.

FrankfurtDie Politik will die Banken gegen künftige Krisen immunisieren und ihnen deshalb eine höhere Eigenkapitalquote verordnen. Doch auf die Unterstützung wichtiger Großinvestoren können die Institute dabei kaum hoffen: "Ich kann mir kaum vorstellen, dass institutionelle Investoren in größerem Umfang bei Kapitalerhöhungen europäischer Banken mitmachen würden", sagt Bernhard Langer, Geschäftsführer von Invesco Deutschland. "Das gilt auch für uns." Nur Staatsfonds könnten seiner Meinung nach vielleicht noch Interesse zeigen.

Für Engagements fehlten schlicht die Voraussetzungen, sagt auch Oliver Flade, Leiter Finanzsektor-Analyse bei Allianz Global Investors, einem der größten Vermögensverwalter: "Bei Banken sind wir defensiv investiert. Bevor wir davon abgehen, müsste das Vertrauen in die Banken und die Finanzmärkte wieder zurückkehren."

Investoren trauen den billigen Bankaktien nicht über den Weg

In der politischen Debatte zeichnet sich momentan ab, dass den Banken Zielgrößen bei der Kapitalausstattung vorgegeben werden. Im Gespräch sind neun Prozent. "Das würde eine höhere Eigenkapitalunterlegung von Risikopositionen bedeuten", sagt Helmut Hipper, Fondsmanager bei Union Investment. "Zusätzlich dürfte eine Marktbewertung der Anleihen aus den EU-Krisenländern erfolgen."

Doch eine Einzelmaßnahme kann keine Wende zum Besseren erzwingen - auch keine Stimmungswende. "Ob wir an Kapitalerhöhungen teilnehmen, hängt neben der Bewertung der entsprechenden Bankaktien auch von den Fortschritten in der Bewältigung der Schuldenkrise ab sowie vom konjunkturellen Umfeld", sagt Hipper.
Trotz billiger Kurse halten sich viele Investoren zurück. "Das Argument‚ Bankaktien sind billig, zieht nicht, weil weitere Abschreibungen anstehen und dann die Buchwerte sinken werden", glaubt Langer. "Auch bei der einzigen großen deutschen Bank mit gleichem Namen wären deutsche institutionelle Investoren bei einer Kapitalerhöhung wohl kaum geneigt einzusteigen."

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