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15.02.2012

20:06 Uhr

Aktien im Fokus

Kentucky Fried Chicken für alle Welt

VonAnnette Kiefer

Der Fast-Food-Konzern Yum Brands, der Ketten wie Kentucky Fried Chicken und Taco Bell betreibt, ist in den Schwellenländern gefragt. Trotz Rückschlägen in den USA verheißen Analysten daher ein kräftiges Gewinnwachstum.

Kunden bei einer Mahlzeit in einer Kentucky Fried Chicken-Filiale in Shanghai. Reuters

Kunden bei einer Mahlzeit in einer Kentucky Fried Chicken-Filiale in Shanghai.

Auf dem US-Markt hat der Fast-Food-Konzern Yum Brands durchwachsene Zeiten hinter sich – doch international hebt das Geschäft jetzt richtig ab. Vor allem in Asien eröffnen nahezu täglich neue Filialen. Deshalb ist auch die Aktie des Unternehmens, das zu den größten Fast-Food-Firmen der Welt zählt und dem unter anderem Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut gehören, derzeit ein Selbstläufer. „Sie haben mal wieder demonstriert, dass sie einer der besten Namen sind, wenn es um Expansion in den Schwellenländern geht“, sagt Tucker Brown vom Finanzberater Sustainable Growth Advisors.

Binnen Jahresfrist haben die Yum-Titel rund 25 Prozent an Wert gewonnen; mit etwa 64 Dollar notieren sie aktuell nahe ihrem Allzeithoch. Und dank der guten Quartalszahlen, die die Chefetage vor Kurzem präsentierte, dürfte es noch auf absehbare Zeit weiter aufwärtsgehen. Analysten schätzen, dass der Gewinn pro Aktie in den kommenden Jahren zweistellig wachsen wird. Von 21 Banken raten deshalb 14 zum Kauf der Titel, die Hälfte davon vergibt die Bestnote „Starker Kauf“. Sechs Analysten empfehlen zu halten und einer zum Verkauf.

In den USA hatte vor allem die Tochter Taco Bell mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, dass die Gerichte zu wenig Fleisch enthielten und damit missverständlich deklariert seien. Hinzu kamen Probleme mit Salmonellen-Infektionen in einigen Filialen, die aber nach Konzernangaben keinen Einfluss auf den Umsatz hatten. Nun will Taco Bell sein Frühstücksangebot verstärken und damit diejenigen US-Kunden zurückgewinnen, die aus Kostengründen seltener in der Mittags- oder Abendzeit auswärts essen gehen.

Vor allem in China sind die Gerichte der Yum-Fast-Food-Ketten gefragter denn je. Darauf reagiert der Konzern mit einer atemberaubenden Expansionsstrategie: Mehr als 650 neue Yum-Filialen eröffneten im vergangenen Jahr in China, vor allem von der Kette „Kentucky Fried Chicken“ (KFC). „Warum auch nicht? Schließlich sind die Umsätze in den Filialen, die schon länger als ein Jahr geöffnet sind, um unglaubliche 19 Prozent gewachsen“, sagt Aktienstratege Todd Bunton vom Investmentberater Zacks.

Denn die Chinesen lieben die frittierten Hähnchenstücke, die die Werbefigur Colonel Sanders ihnen seit inzwischen 25 Jahren schmackhaft macht – schließlich war KFC 1987 die erste westliche Fast-Food-Kette überhaupt, die im kommunistischen Reich der Mitte ein Restaurant eröffnen durfte. Dank dieses Vorsprungs besitzt Yum bis heute wesentlich mehr Filialen auf chinesischem Boden als Erzrivale McDonald’s oder auch als die angesagte Kaffeehauskette Starbucks. Inzwischen stammt fast die Hälfte von Yums Gesamtumsatz aus dem chinesischen Geschäft, während die US-Sparte nur noch weniger als ein Drittel beisteuert. Eine KFC-Filiale in China erzeuge rund viermal soviel Umsatz wie eine in den USA, schätzt Analyst James Roy von China Market Research.

In den nächsten Quartalen dürfte sich der Anteil der Auslandseinnahmen an der Gesamtbilanz weiter verstärken, sagt Analyst Mark Kalinowski von Janney Capital Markets. Denn auch 2012 sollen mindestens 600 neue Filialen in China hinzukommen – und mit Indien steht auch schon der nächste Kandidat fest, an dem Yum seine erfolgreiche Auslandsstrategie weiter verfestigen will. Die Experten rechnen damit, dass Yum damit noch längere Zeit Erfolg hat: „Die obere Mittelklasse wächst schnell“, sagt Analyst Yuval Atsmon von der Beraterfirma McKinsey.

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