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23.04.2012

10:44 Uhr

Aktien kaufen wie die Profis

Insider schlagen am Tiefpunkt zu

VonChristian Schnell

Das Handelsblatt-Insiderbarometer zeigt: Die Kursschwäche am Aktienmarkt nutzten Manager auch dieses Mal für eine Einkaufstour. Die Botschaft für Anleger ist eindeutig.

Die größte Kauforder kam aus dem Hause Beiersdorf. dpa

Die größte Kauforder kam aus dem Hause Beiersdorf.

FrankfurtEs ist eines jener Phänomene, die am Aktienmarkt seit Jahren regelmäßig auftauchen: Steigen die Kurse, dann verkaufen die Topmanager. Setzt die Massenflucht ein, dann greifen sie zu. Das war in den vergangenen Wochen nicht anders. Seit dem Jahreshoch des Dax von 7157 Punkten Mitte März fallen die Kurse – das Tief der vergangenen Woche lag bei 6550 Punkten. Sorgen über die Finanzlage Spaniens, eine wirtschaftliche Abschwächung in China und eine schwache Quartalssaison machten die Runde.

Sofort drehte sich das Bild bei den Aktienorders der Unternehmensinsider. Erreichten deren Verkaufszahlen just zum Zeitpunkt des Dax-Hochs ihren Höhepunkt, so hat sich das Bild in den Wochen danach massiv gewandelt. Seither nutzen sie die günstigeren Kurse, um sich wieder einzudecken. „Überraschend ist, dass die Trendwende so früh passiert“, sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Das war nach den bisherigen Erfahrungen so nicht zu erwarten.

Die größten Deals

Beiersdorf

Der mit Abstand größte Deal der letzten Tage kam von Ellen-Brigitta Heidenreich (Ehefrau von Vorstand Stefan Heidenreich), die Beiersdorf-Aktien im Wert von 4.995.707 Euro kaufte. (Veröffentlicht am 11.04.2012)

Centrotec

Centrotec-Aufsichtsratsmitglied Bernhard Heiss kaufte Unternehmensaktien im Wert von 413.385 Euro. (Veröffentlicht am 10.04.2012)

Lanxess

Für 303.988 Euro sicherten sich B. Düttmann (Vorstand) und A.C. Heitmann (CEO) Aktien des MDax-Chemie-Unternehmens Lanxess. (Veröffentlicht am 11.04.2012)

Wacker Chemie

Vorstandschef Rudolf Staudigl kaufte für 61.918 Euro Aktien von Wacker Chemie. (Veröffentlicht am 05.04.2012)

IVG Immobilien

Immerhin für noch 41.270 Euro schlugen Christian Kühni (Vorstand) und Hans V. Volckens (Finanzvorstand) bei Aktien von IVG Immobilien zu. (Veröffentlicht am 04.-11.04.2012)

Tipp 24

Vorstandsmitglied Marcus Geiß trennte sich von Aktien des SDax-Unternehmens Tipp 24 im Wert von 159.200 Euro. (Veröffentlicht am 10.04.2012)

Deutsche Wohnen

Helmut Ullrich, Vorstandsmitglied der Deutsche Wohnen AG, verkaufte Aktien im Volumen von 136.300 Euro. (Veröffentlicht am 16.04.2012)

Munich Re

Für rund 100.347 Euro verkaufte Vorstandsmitglied Georg Daschner Aktien des Rückversicherers Munich Re. (Veröffentlicht am 05.04.2012)

Carl Zeiss Meditec

Aufsichtsratschef Michael Kaschke und Sylvia Kaschke verkauften Aktien von Carl Zeiss Meditec für 18.830 Euro. (Veröffentlicht am 04.04.2012)

Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist somit zuletzt um acht Punkte gestiegen. Es liegt jetzt exakt bei 100 Punkten und damit mitten im neutralen Bereich. Die Aussage für Privatanleger lautet: Sie brauchen sich in den kommenden Monaten keine Sorgen um ihre Aktien zu machen. Die dürften sich im Gleichklang mit anderen Anlageklassen entwickeln. Das schließt indes stärkere Kursschwankungen nicht aus. Damit würde sich lediglich das fortsetzen, was die vergangenen Monate gezeigt haben.

Dabei mussten die Kurse der zuletzt gefragten Einzeltitel noch nicht einmal abgestürzt sein, um das Interesse der Insider zu wecken. Das zeigt die mit Abstand größte Kauforder der vergangenen Tage. Beim Dax-Wert Beiersdorf hat Ellen Brigitta Heidenreich, Ehefrau von Vorstand Stefan Heidenreich, Aktien über knapp fünf Millionen Euro geordert. Die 48,42 Euro, die sie für jede der 103185 Aktien gezahlt hat, sind nach dem jüngsten starken Kursanstieg kein Schnäppchen. Trotzdem: Die Aktie stieg weiter und notierte am Freitag bei 51,30 Euro.

Kommentare (4)

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OLDENDORP

23.04.2012, 17:42 Uhr

................................................................
ANTIZYKLISCH HANDELN..
......................
korrekturphasen nutzen..
politische unsicherheiten berücksichtigen..
52 wochen hoch.tief der einzelaktie beobachten..
..
kaufen - wenn alle das ende der welt vorhersagen.!!
...................................................

DERRichter

23.04.2012, 19:44 Uhr

Hier scheinen ein paar Leute den Ernst der Lage nicht begriffen zu haben. Europa steht vor einer Megarezession produziert durch sich verschärfende Eurokrise und politische Instabilitäten in den Mitgliedsländern der EU.
Auch bei leidlich guten deutschen Unternehmenszahlen wird der Dax sich diesen Entwicklungen atmosphärisch nicht entziehen können. Folge: Der Dax wird auf um die 2000 Punkte innerhalb der nächsten 12 Monaten fallen. Wer da meint, er könne in nächster Zeit gewinnbringend Korrekturphasen nutzen, ist mächtig falsch gewickelt. Das große Schlachten auch am deutschen Aktienmarkt beginnt erst noch.

Account gelöscht!

24.04.2012, 06:07 Uhr

Mache ich; - ich kaufe!
Aber: keine Anleihen, keine Aktien, sondern lieber Edelmetalle! Da weiß Mann, was Mann hat!

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