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01.10.2015

11:21 Uhr

Aktien-Neuemission

Wie Bayer den Covestro-Börsengang retten will

VonMichael Maisch

Es sollte der größte deutsche Börsengang seit dem Boomjahr 2000 werden. Doch Bayer patzt bei der milliardenschweren Trennung von der Kunststofftochter Covestro. Erst zum Schnäppchenpreis greifen Anleger zu.

Der Börsengang der Bayer-Kunststoff-Sparte verläuft schleppend. Covestro

Covestro

Der Börsengang der Bayer-Kunststoff-Sparte verläuft schleppend.

FrankfurtBayer-Chef Marijn Dekkers muss akute Notmaßnahmen einleiten, um den prestigeträchtigen Börsengang von Covestro doch noch zu retten. Die Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen und Tage haben die Investoren so sehr verunsichert, dass sich zu den ursprünglichen Konditionen nicht genügend Käufer für die Aktien fanden. Deshalb senkt Bayer jetzt das angepeilte Emissionsvolumen auf 1,5 Milliarden Euro von ursprünglich 2,5 Milliarden.

Billiger werden die Aktien auch. Die Preisspanne liegt jetzt nur noch bei 21,50 bis 24,50 Euro nach bislang 26,50 bis 35,50 Euro je Aktie. Interessenten können die Covestro-Anteile jetzt noch einen Tag länger bis Freitag zeichnen. Das ursprünglich für diesen Tag vorgesehene Börsendebüt am Frankfurter Aktienmarkt soll nun am 6. Oktober stattfinden.

Der niedrigere Emissionserlös wird durch eine um eine Milliarde Euro angehobene Kapitaleinlage ausgleichen. Damit würde die Nettofinanzverschuldung zusammen mit den Pensionsverpflichtungen von Covestro unverändert bei vier Milliarden Euro liegen, vorausgesetzt der Börsengang wird mit der Rabattaktion für die Investoren doch noch zum Erfolg.

Ein geglückter und ein verschobener Börsengang

Video: Ein geglückter und ein verschobener Börsengang

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Das Orderbuch sei unter den neuen Bedingungen einmal gefüllt, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Bayer wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Hauptgrund für die Probleme von Covestro sind die stark schwankenden Märkte, die viele Investoren verunsichern. Zuerst sorgte die Angst vor einer empfindlichen Abkühlung der chinesischen Konjunktur und einer neuen Schwellenländerkrise für heftige Ausschläge an den Börsen, dann verdarb die VW-Abgasaffäre die Stimmung weiter. Im vergangenen Monat war der Dax um über sechs Prozent abgesackt. Der Volatilitätsindex VDax, der das Auf und Ab misst, liegt derzeit bei über 30 Punkten. Schon Werte über 20 bereiten Investmentbankern Kopfzerbrechen.

Die akuten Probleme von Covestro zeigen, wie stark die Kursturbulenzen die Konjunktur für Börsengänge belastet haben. Eigentlich sollte der Bayer-Deal zum Eisbrecher für weitere Kandidaten wie den Kfz-Zulieferer Schaeffler und die Reederei Hapag-Lloyd werden, doch stattdessen verwandelt sich die in Not geratene Milliardenplatzierung nun zum schlechten Omen.

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