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24.01.2007

16:50 Uhr

Aktien und Bonds

Hoffen auf Daimler

VonRalf Drescher

Mit deutlichen Kursgewinnen haben viele Autoaktien die Anleger in den vergangenen Monaten überrascht. Weltweit gehörten Titel des Sektors zu den Top-Werten. Doch nur die wenigsten Aktien und Bonds haben jetzt noch Potenzial. Als Kandidat für eine positive Überraschung gilt in diesem Jahr Daimler-Chrysler.

Die „Avantgarde“-Version Mercedes C-Klasse. Foto: Daimler-Chrysler dpa

Die „Avantgarde“-Version Mercedes C-Klasse. Foto: Daimler-Chrysler

FRANKFURT. In den USA stieg der Kurs von General Motors (GM) seit Anfang 2006 um zwei Drittel und damit stärker als alle anderen Werte im Dow-Jones-Index, im Mailänder Mib-30 gelang Fiat-Papieren mit 115 Prozent Plus das Gleiche. Und im Dax liegt die VW-Aktie mit einem Zuwachs von knapp 90 Prozent immerhin auf Platz zwei.

Solche Gewinne werden sich in den kommenden Monaten kaum wiederholen. „Viele Aktien aus dem Sektor sind teuer. Die nächste Bewegung wird eher nach unten gehen“, sagt Analyst Stephen Cheetham von Bernstein Research. Auch die Citigroup rechnet 2007 mit einem langsameren Wachstum und „einem anhaltend brutalen Wettbewerb in Europa und den USA“.

Auf dem wichtigen US-Markt werden die Verkäufe 2007 Analysten zufolge sogar weiter schrumpfen. „Hier wurde in den vergangenen Jahren über massive Kaufanreize systematisch Nachfrage vorgezogen, die jetzt fehlt“, sagt Marc René Tonn, Analyst bei M.M. Warburg. Schon 2006 waren die Neuzulassungen in den USA um 2,2 Prozent auf 16,55 Millionen Fahrzeuge gesunken. In Europa stieg der Absatz zwar leicht um 0,7 Prozent, mehr als eine Stabilisierung auf diesem Niveau erwarten Analysten 2007 aber auch hier nicht.

Trotz des schwierigen Umfelds gewinnen die japanischen Hersteller Toyota und Honda in Europa und den USA kontinuierlich Marktanteile. Toyota wird in diesem Jahr sogar voraussichtlich zum weltgrößten Autokonzern aufsteigen. Auch wenn die Aktien beider Konzerne bereits stark gestiegen sind, stehen sie auf den Empfehlungslisten der Analysten daher weit oben.

Mehr Geld können Anleger allerdings mit Restrukturierungskandidaten verdienen. Das haben GM, Fiat und VW im vergangenen Jahr gezeigt. In diesem Jahr gilt Daimler-Chrysler als Kandidat für positive Überraschungen: Die Stuttgarter geben am 14. Februar bekannt, wie sie die Wende bei Chrysler schaffen wollen. Die US-Tochter leidet nicht nur unter dem generell schwachen Heimatmarkt, sondern auch unter einem veränderten Käuferverhalten. Aufgescheucht durch hohe Benzinpreise weichen viele Amerikaner auf kleinere, Sprit sparende Fahrzeuge aus – ein Segment, in dem Chrysler schwach ist.

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