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21.10.2015

11:46 Uhr

Aktien zeichnen

So sichern Sie sich Aktien vor dem Börsengang

VonKatharina Schneider

Ferrari rast heute an die Börse, bei der italienischen Post wollen Hunderttausende Aktien und in Japan steht ein riesiger Börsengang an. Wie Kleinanleger bei IPOs mitmachen – und sogar schon vor dem Start handeln können.

Im Galopp an die Börse? AFP

Ferrari-Logo

Im Galopp an die Börse?

FrankfurtDie Aktie des Sportwagenbauers Ferrari wird am Mittwoch erstmals an der New Yorker Börse gehandelt – der Ausgabepreis der Papiere wird bei 52 Dollar erwartet und damit am oberen Ende der zuvor genannten Spanne von 48 bis 52 Dollar. Die die Tochter von Fiat Chrysler wäre dann mit etwa 9,8 Milliarden Dollar bewertet. Solche Meldungen machen Anlegern Lust, bei Börsengängen dabei zu sein. Doch gerade bei ausländischen Titeln kann das schwierig sein und einen Umweg erfordern.

Der größte Börsengang des Jahres spielt sich in Japan ab und soll dem japanischen Staat umgerechnet 10,6 Milliarden Euro in die Kasse spülen. Die japanische Post sowie die Bank- und Versicherungssparte gehen im Dreier-Paket an die Börse. Kaufaufträge können von Dienstag bis Freitag platziert werden (ISIN: JP3752900005). Der Ausgabepreis werde dann am 26. Oktober festgestellt.

Doch wie kommt der interessierte Privatanleger an die Papiere heran? Etwa mal eben bei der Post in Japan anrufen? „Nein, dafür braucht man einen sogenannten Intermediär“, erklärt Norbert Kuhn, Leiter Unternehmensfinanzierung beim Deutschen Aktieninstitut (DAI). „Der Anleger muss also eine Bank finden, die die Aktien anbietet. Dort gibt er an, wie viele Aktien er zu welchem Preis innerhalb der Zeichnungsspanne abnehmen würde.“

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

Dann heißt es abwarten, bis zu dem Tag, an dem der Ausgabepreis vermeldet wird und die Zuteilung erfolgt. „Wenn das Interesse sehr groß ist, können Aktien überzeichnet sein“, sagt Kuhn. „Dann werden sie nach einem bestimmten System unter den Interessenten verteilt.“ Ob es überhaupt sinnvoll ist, noch vor dem offiziellen Börsenstart Aktien eines Unternehmens zu zeichnen, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten.

Falls die Papiere im regulären Börsenhandel später sehr gefragt sind, hat sich der Anleger beim Zeichnen womöglich einen günstigen Einstiegspreis gesichert und kann sogleich einen Zeichnungsgewinn verbuchen. Umgekehrt besteht das Risiko von Kursverlusten, falls die Aktien von Börsianern verschmäht werden.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

21.10.2015, 09:54 Uhr

Der " Privat- oder Kleinanleger " sollte sich erst einmal um ein gut diversifiziertes und strukturiertes Portfolio (und zumindest die selbstgenutzte Immobilie) für die Altersvorsorge kümmern, bevor er/sie sich um das " Fast-Money " bei IPOs Gedanken macht.

IPOs, oder auch sog. Secondaries (= Kapitalerhöhungen etc.), sind ein (zumeist) lohnendes Bonbon für den institutionellen Profi, um die Zeichnungsgewinne am 1. Tag in den ersten Minuten auf dem Handelsbuch zu verbuchen. Aber nix für Privat- oder Kleinanleger. Dieser bekommt ja sowieso meistens keine bzw. kaum Stücke zugeteilt, außer es soll " Schrott " an den Mann oder Frau gebracht werden.

Herr Harald Meier

21.10.2015, 10:29 Uhr

Ferrari hat eben keinen Dieselstinker im Angebot!

Account gelöscht!

21.10.2015, 15:46 Uhr

Wer wie ich seit über 50 Jahren in Aktien investiert, der kann über IPOs und deren angeblichen Zeichnungsgewinne nur müde lächeln.
Aktien sind alternativlos, aber natürlich nur die internationalen Marketmaker kaufen und sich über die Dividenden freuen.
Bei Schwäche nachkaufen und nicht verkaufen. Natürlich auch nicht bei Schieflage. Denn nur realisierte Verluste sind Verluste,
Dazu noch Gold, das ich schon vor dreißig Jahren gekauft habe, und die ein oder andere vermietete Immobilie.
Natürlich nur in bester Lage und zum richtigen Preis, wie bei den Aktien eben.
Dann kann man wie ich seinen Lebensabend geniesen und kümmert sich nur noch um das was einem Spaß macht.
Wie z.Bsp meine Rennpferdezucht oder das beruhigend Polospiel.

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