Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.04.2015

16:25 Uhr

Aktienanalyse

Jefferies warnt vor Ausverkauf bei Versicherungsaktien

Ausverkauf der ganzen Branche? Die Analysten der Jefferies Group haben die Allianz-Aktie herabgestuft. Alle Versicherungen müssen sich demnach mit senkenden Aktienkursen und Einnahmen abfinden und Alternativen ausloten.

Der deutschen Versicherung droht einen Aktienausverkauf. Reuters

Allianz-Logo an der Arena in München

Der deutschen Versicherung droht einen Aktienausverkauf.

Versicherern droht ein branchenweiter Ausverkauf, warnen die Analysten von Jefferies Group und haben die Aktie der Allianz SE auf Underperform abgestuft. „Sollten die Bond-Renditen weiter fallen, wird es in dem Sektor wahrscheinlich zu einem Ausverkauf kommen, wenn Investoren den steigenden Druck auf die Margen einpreisen”, erklärten Mark Cathcart und Anasuya Iyer von Jefferies in einer Studie vom Montag.

Die Versicherungen müssen sich mit senkenden Einnahmen mit Festverzinslichen, wie beispielsweise deutschen Bundesanleihen, abfinden, deren Renditen wegen des Bond-Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank auf Rekordtiefen gesunken sind. Vergangene Woche erklärte auch Laurence D. Fink, der Chef von Black Rock, dass Versicherungen und Pensionsfonds durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken gefährdet sind.

Geringere Einnahmen mit Bonds haben zur Folge, dass der Gewinn der Allianz - Europas größtem Vermögensverwalter – bis 2020 unverändert bleiben dürfte, so Jefferies. Die Analysten senkten auch ihre Einstufung für die Munich Re von Halten auf Underperform. Die Käufe von Versicherungsaktien aufgrund ihrer hohen Dividenden schienen ausgelaufen zu sein, erläuterten die Analysten.

Die größten Versicherer Europas (nach Beitragseinnahmen)

Platz 10

Mapfre (Spanien)
Beitragseinnahmen 2012: 21,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 10,1 Prozent
Quelle für alle Angaben: Übersicht von Mapfre.

Platz 9

Crédit Agricole Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 22,5 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 7 Prozent

Platz 8

CNP Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 26,4 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 11,8 Prozent

Platz 7

Talanx (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2012: 26,7 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 12,6 Prozent

Platz 6

Aviva (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2012: 28 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 7 Prozent

Platz 5

Prudential (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2012: 36,8 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 24,9 Prozent

Platz 4

Zurich (Schweiz)
Beitragseinnahmen 2012: 39,7 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 16,2 Prozent

Platz 3

Generali (Italien)
Beitragseinnahmen 2012: 69,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 0,7 Prozent

Platz 2

Allianz (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2012: 72 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 4 Prozent

Platz 1

Axa (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 84,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 5 Prozent

Der Branchenindex der Versicherer im Stoxx Europe 600 hat in diesem Monat 3,3 Prozent eingebüßt, während es für den breiten Index 2,9 Prozent aufwärts ging. In den vorangegangenen zwölf Monaten hatten die Versicherer den Markt stets geschlagen.

Ein Unsicherheitsfaktor bei der Allianz ist auch der Vermögensverwalter Pacific Investment Management Co. (Pimco), bei dem es nach dem Abgang von Gründer Bill Gross zu deutlichen Abflüssen gekommen ist. „Die Erholung von Pimco ist keineswegs gesichert. Es bestehen Abwärtsrisiken für die Margen und durch die Abflüsse”, erklärten die Analysten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×