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06.11.2013

15:49 Uhr

Aktiengesellschaft

K+S nach Ratingsherabstufung unter Druck

Der Düngemittelkonzern K+S kämpft derzeit mit vielen Problemen: Preisverfall, Grubenunglück und Ratingherabstufung. Nachdem Moody's nun die Bonitätsnote herabgesetzt hat, gerät der Konzern immer mehr unter Druck.

Die Zentrale des Düngemittel- und Salzherstellers K+S. Für seinen Kursrutsch machen Händler vor allem das schlechtere Rating verantwortlich. dpa

Die Zentrale des Düngemittel- und Salzherstellers K+S. Für seinen Kursrutsch machen Händler vor allem das schlechtere Rating verantwortlich.

FrankfurtPreisverfall, Grubenunglück, Ratingherabstufung - für den Düngemittelkonzern K+S kommt es derzeit knüppeldick. Zudem lassen die Gewinneinbrüche der nordamerikanischen Konkurrenten Mosaic und Agrium nichts Gutes für die Zahlen des hessischen Unternehmens erwarten, das am nächsten Donnerstag seine Bilanz für das dritte Quartal vorlegt. Analysten gehen derzeit im Schnitt davon aus, dass sich der bereinigte Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal halbiert hat. K+S-Aktien verloren am Mittwoch zeitweise 5,2 Prozent und waren damit mit Abstand größter Verlier im Dax.

Für den Kursrutsch machten Händler vor allem das schlechtere Rating verantwortlich. Moody's hatte die Bonitätsnote von K+S am Dienstagabend um zwei Stufen auf das Ramsch-Niveau "Ba1" herabgesetzt. Die Ratingagentur begründet dies mit dem drohenden Preisverfall von Kali-Düngemitteln nach dem Platzen des russisch-weißrussischen Exportbündnisses BPC. Hinzu kommt, dass K+S weiteres Geld für die Eröffnung seiner neuen Kali-Mine in Kanada in die Hand nehmen muss. Auch die Agentur S&P prüft derzeit, ob sie das K+S-Rating herabsetzen soll.

Eine schlechtere Einstufung durch Ratingagenturen führt in der Regel dazu, dass Unternehmen höhere Zinsen bezahlen müssen, wenn sie sich am Kapitalmarkt Geld leihen. Für K+S ist die Entscheidung somit besonders bitter: Das Unternehmen erwägt laut Londoner Bankenkreisen, sein Minenprojekt in Kanada über Unternehmensbonds im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro zu finanzieren. Eine Entscheidung darüber werde in den nächsten Wochen erfahren, erfuhr die Reuters-Tochter IFR kürzlich.

K+S kann die Entscheidung von Moody's nicht nachvollziehen und ist überzeugt, trotz der Herabstufung weiter Mittel am Kapitalmarkt einsammeln zu können. Der Konzern verfüge zudem über Barmittel von rund 1,2 Milliarden Euro und eine Kreditlinie von über einer Milliarde Euro, betonte ein Firmensprecher. Eine höhere Verschuldung, die K+S wegen der kostspieligen Eröffnung der Mine in Kanada anhäufen könnte, sei nur temporär und könne nach der Inbetriebnahme des Bergwerks zügig wieder abgebaut werden, fügte der Sprecher hinzu. „Ziel war und ist es, langfristig ein Rating im Investment-Grade-Bereich zu haben.“

Der russische K+S-Konkurrent Uralkali hat Ende Juli das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufgekündigt und damit Schockwellen in der Düngemittelbranche ausgelöst. Bisher haben BPC und das nordamerikanische Pendant Canpotex 70 Prozent des Kali-Düngemittelmarktes beherrscht und die Preise stets auf einem hohen Niveau gehalten. Nun stellen sich K+S und seine Konkurrenten auf fallende Preise ein, viele Landwirte halten sich wegen der Unsicherheit über die weiterer Preisentwicklung derzeit mit Bestellungen zurück.

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In der Folge fiel der Gewinn beim kanadischen Hersteller Agrium im dritten Quartal um 41 Prozent auf 76 Millionen Dollar, beim US-Anbieter Mosaic sogar um 70 Prozent auf 124 Millionen Dollar. Die Amerikaner erwägen wegen der fallenden Düngemittelpreise nun, die Förderung in ihrer Kali-Mine in Carlsbad im US-Bundesstaat New Mexico zu drosseln.

Grundsätzlich sei das Unternehmen aus Plymouth in Minnesota aber an einem Ausbau seiner Kapazitäten interessiert, unterstrich Mosaic-Chef Jim Prokopanko. Auf die Frage, ob er Interesse am US-Konkurrenten Intrepid Potash oder der neuen K+S-Mine in Kanada habe, sagte Prokopanko: „Wenn der Preis stimmt, könnten derartige Kombinationen interessant sein.“

K+S zeigte sich verwundert über diese Aussage, schließlich hat der Konzern mehrfach betont, dass er trotz der Turbulenzen am Düngemittelmarkt an dem Projekt festhalten und es alleine stemmen will. „Ein Verkauf oder eine Partnerschaft stehen für uns nicht zur Diskussion“, sagte der K+S-Sprecher.

Von

rtr

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