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03.03.2014

13:51 Uhr

Aktienkurse fallen

Raus aus Osteuropa

Die Krise in der Ukraine schlägt voll durch auf Firmen mit Engagement in Osteuropa. Anleger fliehen aus Papieren von Finanzdienstleistern oder Konsumgüterherstellern. Die Aktienkurse rauschen in den Keller.

Die Börse reagiert auf die politische Krise: Kurse von Unternehmen, die in Russland oder der Ukraine investiert haben, rutschen ab. dapd

Die Börse reagiert auf die politische Krise: Kurse von Unternehmen, die in Russland oder der Ukraine investiert haben, rutschen ab.

FrankfurtWegen der Eskalation der Krim-Krise haben sich Anleger am Montag in großem Stil von Papieren von Unternehmen mit einem starken Engagement in Russland und der Ukraine getrennt. Aktien der österreichischen Raiffeisen Bank, der italienischen Unicredit, der französischen Credit Agricole, der polnischen PKO und der ungarischen OTP brachen um drei bis über zehn Prozent ein. OTP waren mit 3596 Forint (11,48 Euro) so billig wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Der europäische Banken-Index rutschte um 3,1 Prozent ab.

Am Mittag teilte die Unicredit mit, ihre ukrainische Tochter begrenze die Abhebungen an den dortigen Geldautomaten auf 1500 Hrywnia (rund 200 Euro). Sie reagiere damit auf eine Bitte der ukrainischen Zentralbank an alle Institute des Landes, den Geld-Abzug zu regulieren.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Außerhalb der Finanzbranche stand Adidas unter besonders starkem Verkaufsdruck. Die Aktien des Sportartikel-Herstellers, dessen drittwichtigster Markt Russland ist, fielen um 4,7 Prozent. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit dem holprigen Start eines neuen Vertriebszentrums zu kämpfen.

Die Papiere des Arzneimittel-Herstellers Stada, dessen Russland-Geschäft 2014 Analysten zufolge ein knappes Viertel des Umsatzes ausmachen wird, brachen um bis zu 8,3 Prozent ein. Metro-Aktien gaben zeitweise knapp acht Prozent ab. Die Krim-Krise setzt ein Fragezeichen hinter den geplanten Börsengang des Großmarkt-Geschäfts in Russland.

An der Pariser Börse verlor der Autobauer Renault bis zu 5,8 Prozent auf 68,01 Euro. Der Bierbrauer Carlsberg büßte in Kopenhagen bis zu sieben Prozent auf 531 Kronen ein.

Von

rtr

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