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03.07.2013

16:17 Uhr

Aktienmarkt

Börsengänge sind keine Selbstläufer mehr

Eigentlich ist das Umfeld für Börsengänge derzeit nicht schlecht. Doch wenn Management, Story und Preis nicht stimmen, kann man schon mal baden gehen. Denn die Investoren schauen genau hin.

Ein Blick auf das Parkett der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Die Zeiten sind für Börsengängen zwar nicht schlecht, aber es muss alles stimmen. dpa

Ein Blick auf das Parkett der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Die Zeiten sind für Börsengängen zwar nicht schlecht, aber es muss alles stimmen.

FrankfurtDas in letzter Minute abgeblasene Börsendebüt des Wohnimmobilienunternehmens Deutsche Annington zeigt deutlich: Der Sprung aufs Parkett ist trotz Dax-Rekordständen im ersten Halbjahr längst kein Selbstläufer. „Die Investoren schauen genau hin: Das Management, die Story und der Preis müssen passen“, sagt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO (Initial Public Offering - englisch für Börsengänge) beim Beratungsunternehmen Ernst & Young. Grundsätzlich seien aber die Bedingungen für Börsenaspiranten in Deutschland nach etlichen Dürrejahren derzeit günstig. „Das Vertrauen der Investoren ist zurückgekehrt - und damit die Bereitschaft in Neuemissionen zu investieren“, sagt Steinbach.

Bei der Deutschen Annington sieht man das freilich anders. Mit Verweis auf die „anhaltend ungünstigen Marktentwicklungen“ sagte Deutschlands größtes Wohnimmobilienunternehmen am Dienstagabend seinen für Mittwoch geplanten Börsengang überraschend ab. Händlern zufolge war die Nachfrage zu gering und der Preis überzogen. Das Unternehmen hatte mit dem Verkauf von Aktien eigentlich bis zu 1,2 Milliarden Euro einnehmen wollen. Geld, das zum Schuldenabbau eingesetzt werden sollte. Aber auch die Eigentümer, die beiden Finanzinvestoren Terra Firma und CPI Capital Partners Europe, wollten kräftig Kasse machen.

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Für die Autoren des Bernecker-Börsenbriefs liegt in den aus ihrer Sicht überzogenen Preisvorstellungen das eigentliche Problem. Denn in den letzten Monaten waren einige Emissionen recht holprig verlaufen. Der Spezialchemiekonzern Evonik schaffte im April erst im vierten Anlauf den Sprung auf das Parkett - und dann auch noch durch die Hintertür. Die Eigentümer hatten das Risiko eines klassischen Börsengangs gescheut und die Papiere größtenteils vorab an einige ausgewählte Investoren verkauft - die Aktie verlor seit dem Start an der Börse rund ein Fünftel an Wert.

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