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01.06.2015

16:15 Uhr

Aktienmarkt China

Neue Hoffnung für Investoren

VonSusanne Schier

Die chinesische Wirtschaft schwächelt, das Wachstum ist so schwach wie seit Jahren nicht. Doch der Aktienmarkt ist stark in die Woche gestartet. Lichtblicke sorgen für Optimismus.

China leidet unter einem Abschwung am Immobilienmarkt. dpa

Skyline von Schanghai

China leidet unter einem Abschwung am Immobilienmarkt.

FrankfurtZum Wochenstart hat es aus China einen Lichtblick gegeben: Der offizielle Einkaufsmanagerindex stieg im Mai zwar nur minimal auf 50,2 Punkte von 50,1 Zählern im April. NordLB-Experte Stefan Große hält das aber für eine positive Nachricht, da Mai und Juni sonst rückläufig seien. „Daher kann diese kleine Verbesserung als Erfolg der chinesischen Geldpolitik sowie der Lockerung der Finanzmarktregulierung angesehen werden“, betont er.

Am Aktienmarkt kam die Nachricht gut an: Der Shanghai Composite Index startete mit einem Kursplus von 4,7 Prozent in die Handelswoche, Hongkongs Hang Seng China Enterprises Index legte am Montag 1,4 Prozent zu.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Zhiwei Zhang, Chefvolkswirt für China bei der Deutschen Bank, ist optimistisch, dass die geldpolitischen Maßnahmen der chinesischen Zentralbank PBOC Wirkung zeigen. Er erwartet, dass sich die „ökonomischen Fundamentaldaten im zweiten Halbjahr verbessern werden“, im vierten Quartal rechnet er mit einem Anziehen des Wirtschaftswachstums auf 7,2 Prozent.

Im zweiten Quartal, so Zhang, dürfte das Wachstum dagegen nur bei 6,8 Prozent liegen. Chinas Wirtschaft leide derzeit unter einem Abschwung auf dem Immobilienmarkt, zugleich gehen die wichtigen Einnahmen der Zentral- und Lokalregierungen aus Grundstücksverkäufen zurück - wodurch sich wichtige Infrastrukturprojekte verzögern könnten.

Zuletzt hatte die Notenbank zum dritten Mal in sechs Monaten die Zinsen gesenkt, um die Konjunktur anzukurbeln. Für 2015 erwartet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt selbst ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent - das wäre so wenig wie seit Jahren nicht. Zhang von der Deutschen Bank prognostiziert daher im Juni eine erneute Zinssenkung. Auch NordLB-Experte Große rechnet mit weiteren Maßnahmen.

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