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08.05.2014

12:02 Uhr

Aktionärsrechte

Alibaba wirbt um verlorenes Vertrauen

VonAxel Postinett

Alibaba glänzt mit guten Zahlen. Doch Analysten bemängeln fehlende Transparenz und Governance. Da will das chinesische Unternehmen mit weitgehenden Rechten für die Aktionäre gegenhalten. Ungewöhnlich in der Tech-Welt.

Der führende Online-Händler aus China räumt seinen Aktionären vergleichsweise viele Recht ein. ap

Der führende Online-Händler aus China räumt seinen Aktionären vergleichsweise viele Recht ein.

New YorkIn der perfekten und gerechten Welt haben alle die gleichen Rechte. Aber die Börse ist weder perfekt noch gerecht und nicht alle Investoren sind gleich geschaffen. Unterschiedliche Aktienklassen mit verschiedenen Stimmrechten sind keine Erfindung des Silicon Valleys, aber hier wurde die Entmündigung der freien Aktionäre eigentlich perfektioniert.

Zwei-Klassen-Aktien sind der Standard, zum Beispiel bei Facebook. Mit dieser Konstruktion holte sich Mark Zuckerberg Milliarden von Dollar an der Börse ab, ohne auch nur einen Hauch der Gewalt über sein Unternehmen abgeben zu müssen. Der Mitgründer und CEO hat das alleinige Sagen und kann sogar für den Fall seines Todes den Nachfolger bestimmen.

Das ist gut so, kann man argumentieren. In den dunklen Tagen nach dem Börsengang wäre jeder andere CEO von der Wall Street davongejagt worden. Aber Zuckerberg regierte unbeirrt weiter und schaffte den Turnaround in kurzer Zeit. Aber es geht auch anders.

Das Beispiel Yahoo zeigt, wie erst der Einstieg von Aktionärs-Aktivisten das verschlafene Unternehmen aufgerüttelt und dringend nötige Veränderungen ausgelöst hat. Das ging bis hin zur Verabschiedung des Top-Managements. Andere Beispiele, in denen die Aktionäre ohnmächtig und versteinert der Talfahrt ihres Unternehmens ansehen mussten, sind Groupon oder Zynga.

Zwei-Klassen-Aktien treiben Hedgefonds-Manager, Übernahmespezialisten oder Aktionärsaktivisten in den Wahnsinn, wenn sie schlecht gemanagte Firmen sehen und feststellen, dass sie nichts ausrichten können. Institutional Shareholder Service, ein US-Berater von Großinvestoren, hat in einer Studie herausgefunden, dass zwischen 2002 und 2012 Unternehmen, in denen die Chefs dank doppelter Aktienstruktur wie in einer beschützten Werkstatt agieren konnten, deutlich schlechter als ihre Branchenkollegen abgeschnitten hatten.

Chinas führender Online-Händler Alibaba will jetzt einen eigenen Weg gehen. Zwar gewährt das Unternehmen einer Gruppe von Eignern, „Partner“ genannt, Einfluss – aber das nur sehr begrenzt. Während es nur eine Aktie mit gleichem Stimmrecht für alle gibt, bekommen die Partner das Recht, die Mehrheit des Aufsichtsrats zu besetzen. Einer der Partner ist zum Beispiel die japanische Softbank als größter Aktionär mit über 30 Prozent der Aktien, dem ein Sitz zusteht. 

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