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14.01.2011

11:47 Uhr

Alcoa

Aluminium im Aufschwung

VonAnette Kiefer

Der Aluminiumriese Alcoa ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Experten zählen die Aktie des Industriekonzerns zu den aussichtsreichsten US-Standardwerten, da die Industrien, die auf Aluminium angewiesen sind, ebenfalls ein kräftiges Wachstum erwarten lassen.

Der Aluminium-Markt scheint weiter zu wachsen. Quelle: Bloomberg

Der Aluminium-Markt scheint weiter zu wachsen.

STUTTGART . Die Autoindustrie, die Elektrogerätehersteller, die Flugzeugbauer – sie alle werden in diesem Jahr mehr Umsatz erzielen als 2010, und sie alle brauchen dafür Aluminium. So lautet die Prognose des größten US-Aluminiumproduzenten Alcoa. Allein in China, dem wichtigsten Kunden auf dem Weltmarkt, sollen demnach 19 Millionen Tonnen verbraucht werden – in Europa weitere sieben Millionen. Auch viele Analysten wie Edward Meir vom Brokerhaus MFGlobal rechnen damit, dass der Aluminiummarkt in diesem Jahr wächst.

Schon 2010 lief das Geschäft mit dem Leichtmetall wesentlich besser als während der Wirtschaftskrise. Deshalb konnte Alcoa zu Beginn der Woche gute Zahlen vorlegen und mit 254 Millionen Dollar Plus erstmals seit 2007 wieder einen positiven Jahresgewinn erzielen. "Alcoa schafft im Moment eine große Wende", sagte Analyst Bill Selesky von Argus Research.

Am Markt sind die guten Aussichten allerdings derzeit nicht spürbar. Zwar hatten Alcoa-Titel kurz vor der Bilanzkonferenz ein Jahreshoch bei rund 16,50 Dollar erreicht, inzwischen sind sie aber wieder leicht abgerutscht – von Euphorie keine Spur. Händler führen dies auf übersteigerte Erwartungen der Anleger zurück. Denn seit dem Jahrestief vom August vergangenen Jahres war der Kurs bereits um rund 60 Prozent gestiegen, davon allein im vergangenen Monat um 14 Prozent.

Kopfschmerzen bereiten Anlegern außerdem die hohen Energiepreise, da die Herstellung von Aluminium energieintensiv ist. Sollten die Energiepreise weltweit deutlich steigen, würde dies Alcoas Margen schmälern, befürchten Experten.

Allerdings: Auch die Aluminiumpreise steigen, allein im vierten Quartal legten sie um fünf Prozent zu. Inzwischen nähert sich der Wert dem Zweijahreshoch von 2500 US-Dollar pro Tonne. Bis Jahresende soll er Schätzungen zufolge sogar 2700 Dollar erreichen.

Zusammen mit der höheren Nachfrage könnte dies steigende Umsätze für Alcoa bewirken. Analysten der Deutschen Bank erhöhten daher vergangene Woche ihr Kursziel von 14 auf 22 US-Dollar sowie das Anlageurteil von "Hold" auf "Buy", da Alcoa "aus betriebswirtschaftlicher Sicht über den Berg ist". Selesky erwartet, dass der Konzern so lange profitieren wird, wie die Weltwirtschaft anzieht.

Alcoa rechnet damit, dass sich der weltweite Aluminiumbedarf bis 2020 verdoppelt. Schon in diesem Jahr werde die Nachfrage nach dem Leichtmetall allein im Luft- und Raumfahrtsektor um sieben Prozent und in der Autoindustrie um fünf bis elf Prozent steigen.

Analyst Curt Woodworth von Macquarie Research nannte Alcoas Prognose "sagenhaft stark und wahrscheinlich trotzdem konservativ". Analyst John Tumazos von Very Independent Research gibt allerdings zu bedenken: "Um 2011 eine Wachstumsrate von zwölf Prozent zu erreichen, müsste die Autoindustrie weltweit sehr stark sein, und zwar in jeder Region." Genau das sei momentan der Fall, sagte Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld auf der Bilanzkonferenz: "So gut wie jeder unserer Endmärkte steht derzeit besser da." US-Börsenexperte Jim Cramer erwartet, dass Alcoa in diesem Jahr der größte Gewinner unter den Dow-Jones-Aktien sein wird.

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