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31.01.2011

13:48 Uhr

Alternative zum Verkauf

KabelBW macht sich fit für die Börse

Nach Kabel Deutschland könnte ein weiterer deutscher Kabelnetzbetreiber an die Börse gehen. Der Investor EQT liebäugelt damit, Teile von KabelBW an die Börse zu bringen, falls ein Verkauf misslingt. KabelBW gilt als Perle der deutschen Kabelbranche.

Zentrale von KabelBW: Der Finanzinvestor EQT hat Hunderte Millionen Euro in den Netzausbau investiert. Pressebild

Zentrale von KabelBW: Der Finanzinvestor EQT hat Hunderte Millionen Euro in den Netzausbau investiert.

HB FRANKFURT. Trotz mehrerer Kaufinteressenten treibt der Eigentümer des Kabelnetzbetreibers Kabel Baden-Württemberg (KabelBW) parallel einen Börsengang voran. Die Vorbereitungen für Investorenpräsentationen liefen auf Hochtouren, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Zwar prüfe der Eigner EQT weiter auch einen Verkauf, wolle dabei aber mindestens drei Milliarden Euro erlösen, hieß es. Dies entspricht etwa dem Zehnfachen des operativen Gewinns (Ebitda) des vergangenen Jahres. Aus Kreisen der Bieter ist dagegen eher von Summen um 2,5 Milliarden Euro die Rede.

"Wenn für EQT der Preis nicht stimmt, geht KabelBW an die Börse", betonte ein Insider. Die Platzierung könne im zweiten Quartal über die Bühne gehen. Dann bliebe der Finanzinvestor zunächst beteiligt und könnte von einem künftigen Aufschwung weiter profitieren.

Der Prozess erinnert an Kabel Deutschland vor einem Jahr. Damals scheiterte ein Verkauf an den Preisvorstellungen des Eigentümers Providence, daher landete der größte deutsche Kabelnetzbetreiber an der Börse. Für Providence zahlte sich dies bislang aus: Der Investor behielt die Mehrheit und verkaufte im Jahresverlauf zu höheren Kursen weitere Aktien. Die inzwischen im Nebenwerteindex MDax enthaltene Kabel Deutschland kommt auf einen Börsenwert von rund 3,3 Milliarden Euro.

Interessenten haben Kreisen zufolge noch bis Mitte Februar Zeit, vorläufige Angebote für KabelBW mit seinen 2,3 Millionen Kunden abzugeben. Die Deutsche Bank und JP Morgan begleiten den Prozess für den Investor EQT, der das Unternehmen 2006 für 1,3 Milliarden Euro vom Rivalen Blackstone gekauft hatte.

KabelBW gilt als Perle der deutschen Kabelbranche, nachdem EQT hunderte Millionen Euro in den Netzausbau gesteckt hat. Viele Kunden buchen mittlerweile nicht nur Fernsehen, sondern auch Internet und Telefon bei dem Unternehmen. Das erhöht den Umsatz pro Abonnent und damit den Reiz für Interessenten. KabelBW und EQT äußerten sich nicht.

Finanzkreisen zufolge schauen sich unter anderem die Beteiligungsfirmen CVC, Advent sowie Hellman & Friedman KabelBW an. Als Käufer kommen Finanzkreisen zufolge nur Private-Equity-Häuser in Frage, da Unternehmen aus der Branche am konzentrierten deutschen Kabelmarkt kartellrechtliche Probleme bekämen. So hat zwar auch der US-Kabelkonzern Liberty Global Interesse, dürfte aber letztlich chancenlos sein, sagte eine involvierte Person. Liberty hatte 2009 den Kabelnetzbetreiber Unitymedia für 3,6 Milliarden Euro erworben - das entsprach damals dem 7,4-Fachen des operativen Gewinns.

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