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06.01.2011

13:22 Uhr

Aktien

Analyse Allianz Global Investors: Vermögen der Privathaushalte 2010 gestiegen

Das Vermögen der deutschen Privathaushalte ist 2010 nach Angaben von Allianz Global Investors (AGI) weiter gestiegen.

dpa-afx FRANKFURT. Das Vermögen der deutschen Privathaushalte ist 2010 nach Angaben von Allianz Global Investors (AGI) weiter gestiegen. Nach Schätzungen der Fondsgesellschaft legte das Bruttogeldvermögen im abgelaufenen Jahr um knapp 220 Mrd. Euro zu und erreichte gegen Jahresende einen neuen Höchststand von 4,88 Billionen Euro. Ende 2009 habe das Geldvermögen der Deutschen noch 4,67 Billionen Euro betragen.

Ähnlich wie 2009 hätten auch 2010 die hohe Sparquote der Deutschen sowie ein per Saldo sehr gutes Börsenjahr zu einem Vermögensplus geführt, meinte Renate Finke, Volkswirtin bei AGI. Den Schätzungen der Fondsgesellschaft zufolge sind etwa zwei Drittel des Geldvermögenszuwachses als neue Anlagemittel zugeflossen und der Rest auf Bewertungsgewinne zurückzuführen.

Zudem habe das verfügbare Einkommen im Jahr 2010 um etwa 2,6 Prozent zugelegt, fuhr die Expertin fort. "Dies resultierte aus einem Abbau der Kurzarbeit, aus der steuerlichen Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen und nicht zuletzt dem Beschäftigungszuwachs im Zuge der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland."

Aber auch wenn die konjunkturelle Erholung und die wieder gestiegenen verfügbaren Einkommen die Bundesbürger im abgelaufenen Jahr zunehmend optimistisch stimmten, blieben ihre Anlageentscheidungen von Vorsicht geprägt. So schichteten sie ihr Geld auch 2010 weiter auf kurzfristig verfügbare Konten um. Entsprechend war bei dieser Anlageform ein nochmaliger Anstieg von rund zehn Prozent zu verzeichnen. Finke meinte dazu: "Mit einem Bestand von rund 750 Mrd. Euro übertreffen die täglich verfügbaren Gelder mittlerweile den Bestand an Spareinlagen von gut 600 Mrd. Euro." Seit Ausbruch der Krise im September 2008 verzeichneten Sicht- und Spareinlagen damit Mittelzuflüsse von knapp 330 Mrd. Euro. "Einbußen mussten dagegen Termineinlagen und Sparbriefe im Portfolio der privaten Haushalte hinnehmen. Eine geringe Verzinsung gepaart mit der terminlichen Bindung machte diese Anlagen unattraktiv", sagte Finke.

Die deutlichen Spuren, die die Finanzmarktkrise beim Anleger hinterlassen hat, zeigen sich Finke zufolge auch in einer anhaltenden Zurückhaltung bei der Aktienanlage. "Zwar haben die Wertzuwächse wieder zu einem höheren Aktienvermögen im Portfolio der privaten Haushalte geführt, dennoch schauen die Privatanleger bei ihrer Suche nach Rendite noch nicht unvoreingenommen auf den Aktienmarkt."

Eine Präferenz für risikoärmere Investitionen zeige sich auch bei der Fondsanlage. Hier hätten im vergangenen Jahr insbesondere Mischfonds Boden gutmachen können, die sowohl in Aktien als auch in Anleihen investieren dürfen. James Dilworth, Deutschland-Chef Allianz Global Investors, meinte: "Der Trend geht von Kaufen und Halten zu einer echten Vermögensverwaltung mit aktivem Risikomanagement."

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