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08.01.2010

09:52 Uhr

Analyse

Druck im Kessel der Währungunion steigt

In der Währungsunion haben sich die Spannungen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verstärkt. "Der Druck im Kessel steigt", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der Commerzbank.

dpa-afx FRANKFURT. In der Währungsunion haben sich die Spannungen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verstärkt. "Der Druck im Kessel steigt", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der Commerzbank. So habe die Griechenland-Krise ein Schlaglicht auf die Probleme der Europäischen Währungsunion geworfen. Die Krise habe die strukturellen Schwächen einiger Länder an den Rändern des Euroraums verstärkt. "Die Rezession hat die Staatsfinanzen der Peripherieländer stärker in Mitleidenschaft gezogen als die der Kernländer", heißt es in der Studie.

Die tieferen Gründe für die Spannungen im Euro-Raum liegen dem Bankhaus zufolge in der unterschiedlich hohen Wettbewerbsfähigkeit. Rängen sich die Problemländer wie etwa Griechenland, Italien oder Irland zu den notwendigen schmerzlichen Reformen, Haushaltsdisziplin und Lohnzurückhaltung, durch, holten diese Länder mit der Zeit wirtschaftlich auf und die Spannungen innerhalb der Währungsunion ebben ab. Irland könnte diesen Weg gehen. Bei Griechenland oder Italien seien dagegen Zweifel angebracht, heißt es in der Studie. Es sei nicht das wahrscheinlichste Szenario, dass sich die Problemländer als Ganzes durch Reformen aus der Misere herausarbeiteten.

Zusammenbruch DER WÄHrungsunion "Recht Unwahrscheinlich"

Doch ohne Reformen werde der Druck im Kessel "Währungsunion" weiter zunehmen, schreiben die Experten. Dann seien mehrere Szenarien denkbar: So könnten die Kernländern den Problemländern unter die Arme greifen. Doch Finanzhilfen würden die Anreize für die Empfängerländer schwächen, ihre grundlegenden Probleme selbst zu lösen. Zudem bestände die Gefahr, dass die Märkte dann auch die Kreditwürdigkeit der Kernländer in Frage stellten, heißt es in der Studie.

Ein geordneter Austritt aus der Währungsunion wäre ebenfalls denkbar. Ein solcher geordneter Austritt würde allerdings ein Verfahren voraussetzen, was der Maastricht-Vertrag bewusst nicht biete. Es sei in diesem Zusammenhang aber bemerkenswert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) eine Studie veröffentlicht habe, die die Möglichkeiten eines Verlassens der Währungsunion bewerte. Einen Zusammenbruch der Währungsunion hält die Commerzbank für "recht unwahrscheinlich". Letztlich hätten alle Beteiligten ein starkes Interesse daran, dass die wirtschaftlichen Spannungen die Währungsunion nicht sprengten.

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