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25.01.2007

15:50 Uhr

Analyse

Experten: Im Januar ungewöhnlich geringe Arbeitslosigkeit

Experten rechnen wegen des milden Winters zum Jahresanfang mit einem ungewöhnlich geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der amtlich registrierten Erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat nur um rund 250 000 auf 4,25 Mill.

dpa-afx NÜRNBERG. Experten rechnen wegen des milden Winters zum Jahresanfang mit einem ungewöhnlich geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der amtlich registrierten Erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat nur um rund 250 000 auf 4,25 Mill. gestiegen sei, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer dpa-Umfrage. Dies wären rund 750 000 weniger Jobsucher als vor einem Jahr; in den vergangenen fünf Jahren war die Zahl der Erwerbslosen im Januar um durchschnittlich 406 000 gestiegen.

Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am kommenden Mittwoch (31. Januar) in Nürnberg bekannt geben.

Allerdings betonen die Fachleute, Berechnungen der Arbeitslosenzahl seien für diesen Januar wegen der milden Witterung extrem schwierig. Die einzelnen Experten-Prognosen schwanken daher zwischen dem im Januar üblichen Anstieg von rund 390 000 bis zu einer geradezu sensationell geringen Zunahme von 70 000 bis 80 000. Die Mehrheit der Experten geht jedoch für den Januar von einem Anstieg um 250 000 bis 300 000 aus.

Gute Entwicklung IN DER Baubranche

"Man muss einfach feststellen: Bis zum Zähltag Mitte Januar hat sich im Vergleich zum guten Dezember nichts grundsätzlich geändert", stellte Andreas Rees von der Hypovereinsbank fest, der die Entwicklung im Januar ausgesprochen optimistisch beurteilt. Das frühlingshafte Wetter in der ersten Januar-Hälfte habe es der Baubranche erlaubt, praktisch durchzuarbeiten. Die saisonale Arbeitslosigkeit habe damit im Januar so gut wie keine Rolle gespielt.

Zusätzlich entlastet hat nach Einschätzung der Banken-Volkswirte den Arbeitsmarkt zum Jahresauftakt die im Dezember 2006 gestartete Saisonkurzarbeitergeld-Regelung. Um die sonst im Winter übliche Arbeitslosigkeit bei Bauarbeitern zu verhindern, erhalten diese in Schlechtwetterphasen erstmals in diesem Winter Kurzarbeitergeld in Höhe des sonst üblichen Arbeitslosengeldes. Damit entfalle die für Unternehmen belastende Bürokratie bei der Entlassung und späteren Wiedereinstellung der Mitarbeiter.

Unabhängig von den im Januar häufig stark ausgeprägten Saisoneinflüssen sehen die Experten den Arbeitsmarkt weiter auf Entspannungskurs. "Der Aufschwung am Arbeitsmarkt geht ungebrochen weiter", lautet die Einschätzung von Bernd Weidensteiner von der genossenschaftlichen DZ-Bank. Dem stimmen fast alle seiner Kollegen zu. Auch die im ersten Quartal erwartete leichte Wachstumsdelle wegen der Mehrwertsteuererhöhung werde auf dem Arbeitsmarkt vorerst nicht spürbar werden. Kaum ein Unternehmer werde deshalb kurzfristig Leute entlassen./kt/

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