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11.01.2007

15:25 Uhr

Analyse

Studie: Ifrs-Umstellung sorgte für steigende Gewinne bei Dax-Konzernen

Die Gewinnanstiege der vergangenen Jahre bei vielen Dax-Konzernen waren laut einer Studie zu einem Großteil auf die Umstellung der Rechnungslegung auf den internationalen Standard Ifrs zurückzuführen.

dpa-afx FRANKFURT. Die Gewinnanstiege der vergangenen Jahre bei vielen Dax-Konzernen waren laut einer Studie zu einem Großteil auf die Umstellung der Rechnungslegung auf den internationalen Standard Ifrs zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag in Frankfurt vorgestellte Studie der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim. Nach der Umstellung auf Ifrs in den Jahren 2004 und 2005 seien die Gewinne unterm Strich zehn bis 15 Prozent höher ausgewiesen worden als nach den zuvor geltenden Vorschriften. Die Gewinne der Dax-Konzerne haben sich der Studie zufolge seit 2003 insgesamt vervierfacht.

"Allein der Wegfall der jährlichen Goodwill-Abschreibungen hat die ausgewiesenen Gewinne bei vielen Unternehmen um dreistellige Millionenbeträge erhöht", sagte Prof. Bernhard Pellens von der Ruhr-Universität bei der Vorstellung der Studie. Einen ähnlichen Effekt von bis zu 100 Mill. Euro erwartet er von jüngsten Änderungen bei der Erfassung von Pensionsverpflichtungen. Weitere absehbare Änderungen des Ifrs-Standards würden dafür sorgen, dass sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetze werde, sagte Pellens.

VolatilitÄT Nimmt ZU

"In guten Zeiten steigen die Gewinne dadurch noch stärker, in schlechten gehen sie aber noch mehr nach unten", machte der Wissenschaftler deutlich. Zwar war 2004 die zuvor vorgesehene pauschale Abschreibung von Goodwill-Aufwendungen etwa bei Unternehmenszukäufen aus dem Ifrs-Standard gestrichen worden. Zugleich wurde aber eine jährliche Einzelfallbewertung eingeführt. Diese führe dazu, dass in Zeiten guter Konjunktur überhaupt keine derartigen Abschreibungen mehr stattfänden, sagte Pellens. Zugleich ständen bei einer Eintrübung der Konjunktur aber umso stärkere Wertberichtigungen an. "Die Volatilität nimmt zu."

Pellens rechnet daher damit, dass sich Anleger künftig weniger am ausgewiesenen Gewinn pro Aktie und stärker am operativen Cashflow orientieren werden. Auf diesen hätten die Rechnungslegungsänderungen keine Auswirkungen.

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