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19.01.2010

17:32 Uhr

Analyse

Umfrage Merrill Lynch: Risikobereitschaft steigt auf Vierjahreshoch

Die Risikobereitschaft der Anleger ist auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen.

dpa-afx NEW YORK/LONDON. Die Risikobereitschaft der Anleger ist auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen. Erstmals seit Januar 2006 nähmen professionelle Investoren wieder überdurchschnittliche Risiken in Kauf und steckten ihre Barmittelreserven in die Aktienmärkte, schreibt Merrill Lynch am Dienstag unter Berufung auf eine Umfrage. Diese hatte die US-Investmentbank zusammen mit der Marktforschungsgesellschaft TNS im Januar durchgeführt. Befragt wurden 209 Fonds-Manager, die Vermögenswerte von insgesamt 539 Mrd. Dollar verwalten.

Anleger Vertrauen AUF Nachhaltige Wirstchaftserholung

"Das ist eine der optimistischeren Umfragen, die wir zuletzt gesehen haben", kommentierte Gary Baker, Leiter der Aktienstrategie für Europa, die Ergebnisse. Offensichtlich kauften die Anleger im Vertrauen darauf, dass die aktuelle Wirtschaftserholung nachhaltig sei. Hingegen gab Michael Hartnett, der für die globale Aktienstrategie verantwortlich ist, zu bedenken: "Wir sehen schon erste Signale, die anders gestimmte Investoren auf Gewinnmitnahmen vorbereiten könnten - insbesondere die niedrigen Cash-Quoten und eine mögliche Gleichgültigkeit gegenüber einem Ausverkauf."

Der Umfrage zufolge sind die Barmittelbestände in Fonds auf 3,4 Prozent und damit das niedrigste Niveau seit Mitte 2007 gefallen. Der Anteil der Anleger mit einer Übergewichtung von Aktien stieg gegenüber dem vergangenen Dezember deutlich von 37 auf 52 Prozent. Auch sicherten sich inzwischen weniger als die Hälfte gegen fallende Aktienkurse ab. Erstmals seit Mitte 2006 stünden auch wieder Investitionen der Unternehmen in Wachstum ganz oben auf dem Wunschzettel der Vermögensverwalter. Die Aufnahme von Schulden stoße dabei ebenfalls wieder auf mehr Akzeptanz. Die Stärkung der Bilanzen - 2009 noch das wichtigste Anliegen - müsse sich indes mit dem zweiten Platz auf der Prioritätenliste begnügen.

Hintergrund für die steigende Investitionsneigung sind laut Merrill Lynch optimistische Erwartungen für die Unternehmensgewinne. So rechneten 63 Prozent der Befragten für die kommenden zwölf Monate damit, dass die Unternehmensgewinne um mindestens zehn Prozent zulegten. Im Dezember hätten dies erst 46 Prozent der Umfrage-Teilnehmer erwartet. Von besseren operativen Margen gingen aktuell zwei Fünftel der Befragten aus.

Finanztitel und Japan Stehen Wieder IN DER Gunst DER Anleger

Ein weiteres Umfrageergebnis ist die Hinwendung der Anleger zu Sektoren und Regionen, die der Erholung bisher hinterher hinkten und in den vergangenen Monaten gemieden worden seien. So hätten die Investoren ihre Positionen im Technologie- und Energiebereich konsolidiert, aber auch das Engagement im Banken- und Konsumsektor verstärkt. Nach 37 Prozent im Dezember gebe es aktuell nur noch bei 16 Prozent eine Untergewichtung von Finanztiteln. Zudem sonne sich Japan wieder in der Gunst der Anleger. Der Optimismus über die Wirtschaft sowie die Entwicklung der Unternehmensergebnisse habe sich seit November erholt und der dortige Aktienmarkt werde als der am stärksten unterbewertete der Welt gesehen.

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