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06.01.2005

12:15 Uhr

Aktien

Analysten: Bayer möglicherweise an OTC-Sparte von Bristol-Myers interessiert

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer dürfte nach Einschätzung von Analysten bei einem möglichen Verkauf der Sparte rezeptfreier Medikamente von Bristol-Myers Squibb die Gelegenheit zum Ausbau des eigenen Geschäfts grundsätzlich prüfen.

dpa-afx FRANKFURT/LEVERKUSEN. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer dürfte nach Einschätzung von Analysten bei einem möglichen Verkauf der Sparte rezeptfreier Medikamente von Bristol-Myers Squibb die Gelegenheit zum Ausbau des eigenen Geschäfts grundsätzlich prüfen. Allerdings halten Analysten nach dem erst kürzlich abgeschlossenen milliardenschweren Erwerb des Roche OTC-Geschäfts den Zeitpunkt derzeit eher für ungünstig. Bayer will erklärtermaßen in diesem Geschäft an die Weltspitze. Der Konzern kommentierte am Donnerstag die Überlegungen aber nicht.

Die "New York Times" hatte am Mittwoch berichtet, dass der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb Gespräche mit mehreren Interessenten zum Verkauf seiner "Excedrin"-Schmerzmittelprodukte sowie anderer rezeptfreier Medikamente für eine Milliarde Dollar (758 Mill. Euro) führe. Zu den Interessenten sollen Glaxosmithkline und möglicherweise auch einige Investmentfirmen gehören, berichtete das Blatt. Es sei unklar, ob Johnson & Johnson oder Bayer interessiert seien - zwei der größten Anbieter von rezeptfreien Medikamenten.

'Kein Akuter Handlungsbedarf'

"Grundsätzlich würde das OTC-Geschäft von Bristol-Myers Squibb passen, aber der Zeitpunkt ist nicht gerade günstig", sagte Chemieanalyst Dennis Nacken bei Helabatrust. Durch die erst jüngst abgeschlossene Aquisition des Roche OTC-Geschäfts und den Konzernumbau sei bereits viel Managementkapazität bei Bayer gebunden. Grundsätzlich dürften die Leverkusener aber jede Gelegenheit prüfen.

Auch für Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz besteht für Bayer nach der erst kürzlich abgeschlossenen Roche OTC-Akquisition "kein akuter Handlungsbedarf". Bayer sei schon in die Top drei Liga weltweit aufgestiegen. "Aus diesem Grund sehen wir Marktbedenken einer weiteren teueren Akquisition als unbegründet an", sagte Stegemann.

Übernahme Abgeschlossen

Bayer hatte zum Jahreswechsel die 2,38 Mrd. Euro teuere Übernahme des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten vom Schweizer Pharmahersteller Roche abgeschlossen. Ab Januar ist das in der Sparte Roche Consumer Health gebündelte Geschäft mit verschreibungsfreien Arzneimitteln und Vitaminen Teil der Division Consumer Care der Bayer-Sparte Healthcare. Die im Juli angekündigte Übernahme wurde im November von der Europäischen Kommission unter leichten Auflagen genehmigt.

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