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21.01.2009

08:30 Uhr

Analysten: Kauf wäre derzeit gewagt

Dow-Chemical-Aktie birgt Risiken

VonAnette Kiefer

Das neue Jahr beginnt für den amerikanischen Chemieriesen Dow Chemical mit gleich zwei unerfreulichen Baustellen: einer gescheiterten Kooperation in Nahost und einer kostspieligen Übernahme. Wegen der insgesamt unsicheren Situation bleibt die Aktie ein hochriskanter Kauf. Doch der Aktienpreis liegt derzeit so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Derzeit kein Investment ohne Risiko: Fabrik von Dow Chemical im texanischen Freeport. Foto: AP Quelle: ap

Derzeit kein Investment ohne Risiko: Fabrik von Dow Chemical im texanischen Freeport. Foto: AP

STUTTGART. Dow Chemical wurde Ende Dezember kurz vor Vertragsunterzeichnung von ihrem kuwaitischen Joint-Venture Petrochemical Industries-Partner (PIC) sitzengelassen. Das staatliche Unternehmen hatte sich dem politischen Druck in seinem Heimatland gebeugt und den Deal platzen lassen, in dem es um mehr als 17 Mrd. Dollar ging. Siebeneinhalb Milliarden davon sollte Dow Chemical bekommen.

Der Rückzug ist für die Amerikaner extrem ärgerlich, denn das jetzt fehlende Geld wollte Firmenchef Andrew Liveris in die lang geplante Übernahme des Spezialchemikalien-Herstellers Rohm & Haas stecken. Die Vertragsklauseln lassen hier einen Rückzug kaum zu, sagt Analyst John McNulty von Credit Suisse, und sein HSBC-Kollege Hassan Ahmed befürchtet: "Dows Jahresbilanz wird zweifellos leiden, falls sie den Kauf tatsächlich durchziehen." Ab Mitte Januar muss Dow sogar für jeden Tag, den sich die Verhandlungen länger hinziehen, eine Strafe zahlen.

Analysten sehen die Übernahme deshalb mit wachsender Sorge. Wie das Unternehmen jetzt das nötige Bargeld von mehr als 15 Mrd. Dollar auftreiben will, ist unklar. Besonders pikant: Durch die Streitereien mit Kuwait ist Dows Aktienkurs inzwischen so stark abgerutscht, dass der Marktwert des gesamten Unternehmens nur noch bei 14 Mrd. Dollar liegt - also sogar noch eine Milliarde unter dem Preis, den es für Rohm & Haas bezahlen soll.

"Es wäre im besten Interesse aller Beteiligten, wenn die beiden Parteien sich auf einen neuen, niedrigeren Kaufpreis einigen könnten", mahnt Analyst David Begleiter von der Deutschen Bank. Auch P.J. Juvekar von der Citigroup bewertet den jetzigen Preis als stark überteuert. Dass Dow den Deal ganz absagt, halten die Experten dagegen für sehr unwahrscheinlich.

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