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06.01.2010

11:00 Uhr

Analystenschelte

T-Aktie verliert den Anschluss

Für die Leid geprüften Aktionäre der Deutschen Telekom waren die vergangenen Monate sehr erholsam. Das Papier stieg nicht nur mit dem Gesamtmarkt nach oben, sondern legte zum Teil sogar überdurchschnittlich zu. Doch Analysten sind skeptisch. Ein besonders negativer Kommentar der UBS setzt die T-Aktie jetzt unter Druck.

Das "T" brachte Anlegern zuletzt Glück. Jetzt könnte sich das Blatt wieder wenden. Quelle: dpa

Das "T" brachte Anlegern zuletzt Glück. Jetzt könnte sich das Blatt wieder wenden.

HB FRANKFURT. Eine Verkaufsempfehlung der UBS hat die Aktien der Deutschen Telekom aus dem Tritt gebracht. Hatte das Papier zu Jahresbeginn mit 10,60 Euro noch den höchsten Stand seit Januar 2009 erreicht, geht es heute um mehr als zwei Prozent abwärts.

UBS-Analystin Laura Janssens senkte ihr Votum für die Telekompapiere von "neutral" auf "sell". Das Kursziel der UBS-Expertin liegt mit unveränderten 8,70 Euro weiterhin deutlich unter Marktniveau. Erst am Vortag hatte Morgan Stanley das Kursziel für die Telekom gekürzt. Ein Börsianer sah die Kursverluste zudem in Übereinstimmung mit der Charttechnik, nachdem die Papiere eine Schlüsselmarke nach oben zuletzt nicht überwinden konnten.

Die Telekom-Aktien fielen bis eine Stunde vor Handelsschluss um 2,6 Prozent auf 10,23 Euro und lagen damit am Dax-Ende. Der Leitindex selbst pendelte um seinen Vortagesstand bei git 6 030 Punkten.

Die UBS-Expertin begründete ihren Schritt mit der zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung. Sie befürchtet zudem 2010 ein schwieriges Jahr für die Telekom. Ihre Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liegt zwei Prozent unter der Markterwartung. Als weitere Punkte führt sie strukturelle Herausforderungen in den Schwellenländern und bei T USA-Mobile an sowie den Rückfall des Free Cash Flows, der die Dividende weniger sicher erscheinen lasse als im restlichen Sektor. Das Geschäft auf dem Heimatmarkt verlaufe zwar grundsätzlich gut, eine beschleunigte Kabelakzeptanz berge jedoch Risiken für das Festnetzgeschäft.

Auch WestLB-Analyst Tarkan Cinar sieht 2010 in einer aktuellen Studie als Jahr der Herausforderungen für die Telekom. Der US-Markt signalisiere kein sonderlich hohes Wachstumspotenzial, gleichzeitig sorgten die Kabelnetzbetreiber im deutschen Breitbandgeschäft für Druck auf das Ebitda aus. Auch er bleibt mit "reduce" und Ziel 9,22 Euro verhalten.

Ein Händler verwies zudem auf die charttechnische Situation, die nach einem "kleinen Doppeltop" an der Schlüsselmarke von 10,60 Euro einen Rücksetzer zeige. Sollte die Unterstützung bei 10,30 Euro nachhaltig unterboten werden, bestehe Rückschlagsrisiko bis etwa 10,00 Euro.

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