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19.01.2005

14:09 Uhr

Anfängliche Skepsis über die Expansionspolitik wandelt sich in Euphorie

Cemex beeindruckt die Analysten

VonKlaus Ehringfeld (Handelsblatt)

Die Zweifel an dem Geschäft der Übernahme von RMC durch Cemex haben sich rasch zerstreut: Vom Tag der Bekanntgabe bis zum Jahresende legte der Kurs von Cemex knapp 30 Prozent zu. Experten glauben, dass Cemex "den Riesenbrocken gut verdaut hat".

MEXIKO-STADT. Als der mexikanische Zementhersteller Cemex S.A. Ende September überraschend die Übernahme des britischen Konkurrenten RMC bekannt gab, waren die Analysten zunächst bass erstaunt. Zwar hatte der Markt damit gerechnet, dass der drittgrößte Baustoffproduzent der Welt zukauft. Aber dass sich Cemex-Vorstandschef Lorenzo Zambrano auf den europäischen Markt wagt und dafür noch 5,8 Mrd. Dollar inklusive Verbindlichkeiten ausgibt, hatte kaum ein Experte erwartet. Die Börsianer waren skeptisch. „Am Tag der Bekanntgabe ging der Kurs mehr als 6 Prozent in den Keller“, sagt Carlos Perezalonso von BBVA Securities. Vor allem die deutliche Erhöhung der Verschuldung, die mit der kreditfinanzierten Übernahme einherging, gefiel dem Markt nicht. Immerhin ist die Transaktion die größte Investition eines lateinamerikanischen Konzerns in Europa überhaupt.

Doch die Zweifel an dem Geschäft zerstreuten sich rasch und verkehrten sich sogar in Euphorie. Vom Tag der Bekanntgabe der Übernahme bis zum Jahresende legte der Kurs des Unternehmens aus der nordmexikanischen Wirtschaftsmetropole Monterrey knapp 30 Prozent zu. Für Perezalonso ein klares Vertrauensvotum des Marktes, der davon ausgehe, dass Cemex den Riesenbrocken gut verdaue. „Cemex ist bekannt dafür, dass sie Firmen in Schwierigkeiten in hochrentable Unternehmen umwandeln“, argumentiert der BBVA-Experte. Zudem sichere sich Cemex durch die Übernahme von RMC eine stärkere Präsenz in den Industriestaaten, was zugleich verlässlichere Einkünfte bedeute, ergänzt Analyst Carlos Hermosillo vom Börsenhaus Véctor.

Cemex ist mit über 71 Produktionsstätten in 30 Ländern und mit Kunden in mehr als 60 Staaten schon jetzt ein Unternehmen der Superlative in Mexiko und Lateinamerika. Kein anderer Latino-Konzern ist international so gut vernetzt. Etwas mehr als ein Drittel seines Betriebsergebnisses erwirtschaftet Cemex auf dem Heimatmarkt, rund ein Viertel in den Vereinigten Staaten und 16 Prozent in Spanien. Der Rest der Umsätze verteilt sich auf Mittelamerika und die Karibik, Kolumbien, Venezuela sowie Ägypten und Asien. In den vergangenen zehn Jahren hat Vorstandschef Zambrano durch weltweite Zukäufe auf Expansion gesetzt und so die Verkaufserlöse im Jahresdurchschnitt um neun Prozent gesteigert.

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