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28.09.2012

19:54 Uhr

Angebliche Marktmanipulation

Talanx kassiert vor Börsengang eine Anzeige

Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig: Kurz bevor die Aktie in den Handel gehen soll, flattert bei der Finanzaufsicht eine Anzeige gegen Talanx ins Haus. Der Börsenprospekt des Versicherers soll intransparent sein.

Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx. dpa

Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx.

FrankfurtStörfeuer für den Börsengang von Talanx : Ein Forderungsaufkäufer, mit dem sich der Versicherer seit langem in einem Rechtsstreit befindet, wirft Talanx vor, die rechtlichen Risiken im Börsenprospekt nicht in ihrer vollen Tragweite dargestellt zu haben. Er hat Talanx daher bei der Finanzaufsicht BaFin wegen "Marktmanipulation" angezeigt, wie die Bonner Behörde am Freitag bestätigte. Der Fall werde geprüft, der konkrete Vorwurf greife aber nicht, solange die Talanx-Aktie nicht an der Börse notiert sei, erläuterte eine Sprecherin. Der Börsenprospekt sei von der BaFin genehmigt worden, diese Dokumente würden aber nicht auf ihren Inhalt geprüft.

Talanx wies den Vorwurf am Freitag zurück. Alle relevanten Rechtsstreitigkeiten und damit möglicherweise verbundene Risiken seien in dem Prospekt "korrekt und transparent" dargestellt. Der Rechtsstreit betrifft die gescheiterten Cinerenta-Filmfonds. Deren Abwickler Florian Lechner hat zugleich Forderungen über 150 Millionen Euro von Cinerenta-Anlegern aufgekauft, die er nun gegenüber Talanx geltend machen will. Die Talanx-Tochter HDI-Gerling Industrie hatte den Initiator des Cinerenta-Fonds gegen Schäden versichert, die er als Manager verursacht habe, die Deckung aber 2010 zurückgezogen.

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Der stellvertretende Talanx-Chef Christian Hinsch, der für das Industriegeschäft zuständig ist, sagte der "Financial Times Deutschland" (Online-Ausgabe), bisher hätten ein Dutzend Anleger HDI-Gerling auf Deckung verklagt. "Alle (Verfahren) gingen zu unseren Gunsten aus." Die von Lechner auf bis zu zehn Prozent des Unternehmenswertes bezifferten Schadenersatzansprüche seien weit übertrieben. "Solche Schäden sind natürlich rückversichert. Die mögliche Nettobelastung ist für uns deutlich geringer." Die Rückstellungen seien ausreichend, erklärte Talanx, ohne Zahlen zu nennen.

Am Montag endet die Zeichnungsfrist für Talanx, am Dienstag soll die Aktie erstmals in Frankfurt gehandelt werden. Talanx will Papiere für 500 Millionen Euro verkaufen. Damit wären gut elf Prozent der Aktien im Streubesitz. Im Graumarkt wurden sie am Freitag mit Kursen um 20 Euro am oberen Ende der Preisspanne von 17,30 bis 20,30 Euro gehandelt.

Von

rtr

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