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17.07.2012

02:27 Uhr

Angst vor Quartalszahlen?

Facebook-Aktie bricht wieder ein

Die Facebook-Aktie hat einen der schlechtesten Tage seit dem Börsengang hinter sich. Die Börsianer sind ratlos. Die Verkaufswelle könnte damit zusammenhängen, dass Facebook am 26. Juli seine Quartalszahlen vorlegt.

Die Facebook-Aktie bleibt enttäuschend. dpa

Die Facebook-Aktie bleibt enttäuschend.

New YorkAm Montag verlor die Facebook-Aktie bis zum Handelsschluss in New York mehr als 8 Prozent auf 28,25 Dollar. Sie war am Morgen bei 30,50 Dollar gestartet. Über die Gründe des Einbruchs herrschte Rätselraten.

Die Verkaufswelle könnte damit zusammenhängen, dass Facebook am 26. Juli seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorlegt. Zuletzt waren immer wieder Befürchtungen aufgekommen, dass sich das Wachstum des Sozialen Netzwerks deutlich verlangsamen könnte.

Aktie im Fokus: Facebook-Aktie ist und bleibt enttäuschend

Aktie im Fokus

Facebook-Aktie ist und bleibt enttäuschend

Die Facebook-Aktie ist abgestürzt und der Ausgabekurs ist weiter nicht in Sicht.

Problem ist dabei weniger die Nutzerzahl, die bei rund 900 Millionen liegt, sondern vielmehr die überlebenswichtigen Werbeeinnahmen. Diese sind die Haupteinnahmequelle des von Mark Zuckerberg gegründeten Unternehmens.

Der Hintergrund: Viele Nutzer halten mittlerweile über die Smartphone-App von Facebook den Kontakt zu ihren Freunden. Die kleinen Bildschirme der Telefone erlauben es aber kaum, Werbung zu zeigen. Die Facebook-Strategen arbeiten fieberhaft daran, eine Lösung für dieses Dilemma zu finden.

Facebook ist nach dem verpatzten Börsengang allerdings ohnehin in Ungnade gefallen bei den Anlegern: Die Aktie war zu 38 Dollar verkauft worden und fiel schon am zweiten Handelstag wie ein Stein. Zwischenzeitlich kostete sie nur noch 25,52 Dollar, war dann aber wieder über die 30-Dollar-Marke geklettert.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Von

dpa

Kommentare (4)

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ein_Liberaler

17.07.2012, 05:51 Uhr

Da braucht es doch kein Rätselraten. Facebook ist der Triumph der Eitelkeit und des künstlich geschürten Hypes. Alle Beteiligten haben ihr Schäfchen schon im Trockenen und alle "von draußen" stellen jetzt fest, dass Facebook nur ein weiteres Pilotenspiel ist, bei dem den letzten die Hunde beissen.

Privatier

17.07.2012, 08:14 Uhr

völlig richtig erkannt. Jedem, der sich mit Aktien ein bisschen auskennt war dies von Anfang an klar und er hat die Aktie gemieden bzw. geschortet.
Kursziel <10 USD.

Fred

17.07.2012, 08:27 Uhr

Es scheint sich der deutschen Wirtschaftsjournaille noch nicht herumgesprochn zu haben, dass bei Facebook nur 60 Tage nach dem Börsengang viele weitere Papiere von Altinvestoren
auf den Markt geschmissen werden dürfen - und wohl auch werden. (Das Bild vom sinkenden Schiff und den Ratten drängt sich auf)

Das ist in der Kurswirkung vergleichbar mit der Wirkung einer Kapitalerhöhung. Zusammen mit dem ohnehin durch die Tricks der üblichen Gesellen (Investmentbankster) beim IPO stark geblähten Kurs ergibt sich daraus ein schönes Szenario für Shorter.

Man kann es auch anders sagen: Wären statt diesem zweistufigen Börsengang das gesamte Material gleich beim IPO unter die Dummen geschmissen worden, hätten sich damals sicher nur viel niedrigere Kurse erzielen lassen -und die Versilberer der ersten Stunde weniger verdient, darunter auch das Zuckerbürscherl.

Auf diese niedrigeren Kurse steuern wir jetzt eben zu.

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