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27.08.2012

17:13 Uhr

Angst vor Rückschlag?

Insider bringen ihr Geld in Sicherheit

VonChristian Schnell

Top-Managern ist der Höhenflug des Dax suspekt. Viele Insider trennen sich massiv von Aktien ihrer Unternehmen. Möglicherweise ein Zeichen dafür, dass die Kurse bald deutlich sinken werden. Auch Banker warnen.

Gisbert Rühl: Vorstandsvorsitzender von Klöckner & Co SE kaufte gegen den Trend. Klöckner & Co SE

Gisbert Rühl: Vorstandsvorsitzender von Klöckner & Co SE kaufte gegen den Trend.

FrankfurtDie Meinung der deutschen Topmanager zum einwöchigen Intermezzo des Dax über 7 000 Punkten ist eindeutig: Sie trauen dem Optimismus nicht, ihr Verkaufsvolumen ist in den vergangenen beiden Wochen sprunghaft angestiegen. "Für die meisten Anleger steigt die Börsenstimmung mit den anziehenden Kursen; für die Insider dagegen sind diese häufig Anlass, sich von Aktienbeständen zu trennen", wertet Olaf Stotz dies als normalen Vorgang. Der Professor an der Frankfurt School of Finance beschäftigt sich seit Jahren mit dem Verhalten der deutschen Unternehmenslenker, die sich in besonders guten wie in besonders schlechten Börsenphasen als Gegenpol positionieren und so oft frühzeitig Gegenbewegungen signalisiert haben.

Die Top-Verkäufe

Adidas

Insider: Christian Tourres

Volumen in Euro: 6.200.028

Tipp 24

Insider: Jena Schumann

Volumen in Euro: 1.737.500

Beiersdorf

Insider: JJMR GbR

Volumen in Euro: 1.276.608

Dialog Semicond.

Insider: Mohamed Djadoudi

Volumen in Euro: 1.065.300

Rational

Insider: Gabriella Meister, Jutta Wiedemann

Volumen: 237.874

Das ist auch diesmal so. Der Dax, der am Donnerstag vorletzter Woche über die psychologisch wichtige Marke von 7 000 Punkten gestiegen war, fiel am vergangenen Donnerstag wieder darunter. "Nach verlorenem Kampf droht nun die Korrektur", so resümieren die Experten der Schweizer Bank UBS.

Die deutschen Firmeninsider haben das schon vorher erkannt und ab Überschreiten der Marke überdurchschnittlich viele Aktien ihrer Unternehmen verkauft. Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management auswertet, ist im Vergleich zur vorherigen Auswertung von 110 Punkten auf 105 Zähler gefallen. Statt eines Kaufsignals bedeutet das, dass sich Aktien in den kommenden Monaten nur noch im Gleichschritt mit anderen Anlageklassen entwickeln werden. Professor Stotz wird sogar noch etwas deutlicher: "Aufgrund der Verkäufe sollten Anleger die aktuell gute Börsenstimmung kritischer hinterfragen", rät er.

Die Top-Käufe

Klöckner&Co

Insider: Gisbert Rühl

Volumen in Euro: 69.085

H&R Wasag

Insider: Nils Hansen

Volumen in Euro: 61.550

Eon

Insider: Regine Stachelhaus

Volumen in Euro: 36.300

Nordex

Insider: Wolfgang Ziebart

Volumen in Euro: 31.300

GfK

Insider: Mathias Hartmann

Volumen in Euro: 9.363

Den größten Verkauf gab es aktuell bei Adidas. Die Aktie war zuletzt von einem Allzeithoch zum nächsten gestiegen. Jetzt trennte sich Aufsichtsrat Christian Tourres von Papieren im Wert von 6,2 Millionen Euro. Nun ist Großaktionär Tourres jemand, der über die Jahre hinweg in allen Börsenphasen verkauft hat. Auch 2009, als die Aktie etwa die Hälfte des heutigen Niveaus gekostet hatte. Bei der Adidas-Aktie ist es jedoch nicht nur deren ungezügelter Aufstieg, der die Experten skeptischer werden lässt, sondern auch die Tatsache, dass mit den Olympischen Spielen und der Fußball-EM die beiden wichtigsten sportlichen Großereignisse des Jahres vorüber sind.

Kommentare (37)

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Warum_das_denn

27.08.2012, 18:07 Uhr

So manches Hohlhirn träumt doch schon wieder von DAX-Ständen 10.000+

Account gelöscht!

27.08.2012, 18:28 Uhr

und sie schlauberger sind natürlich voll short....

ortho

27.08.2012, 18:32 Uhr

Der Herr hier sollte erst einmal einen orthographischen Kurs besuchen. Schönen Abend, geht 2 Stunden - täglich. Einfach peinlich, diese Volksverdummung per iPhone (idiotenphone) zu beobachten. Iphone hat BILD ersetzt/abgelöst.

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