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24.09.2012

10:53 Uhr

Anlagestrategie

Der Dax steigt, die Insider steigen aus

VonChristian Schnell

Viele Topmanager haben in den vergangenen Wochen Aktien ihres eigenen Unternehmens verkauft. Eine solche Verkaufswelle gab es zuletzt vor gut vier Jahren. Damals war die US-Bank Lehman Brothers pleite gegangen.

Manager Vishal SIkka von SAP (2. v. r.) hat Aktien gekauft. dapd

Manager Vishal SIkka von SAP (2. v. r.) hat Aktien gekauft.

FrankfurtEs ist wie immer, wenn der Dax übermäßig in die Höhe schnellt. Während viele Profi-Anleger dann hinterherlaufen und Privatanleger ebenfalls immer mutiger werden, wird den Unternehmenslenkern die Sache inzwischen zu heiß. Sie werden vorsichtiger und sehen wegen der zum Teil stark gestiegenen Aktienkurse die Zeit gekommen, um Gewinne einzustreichen.

Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet, fiel so zuletzt um rund 20 auf 99 Punkte. Einen Absturz in so kurzer Zeit in dieser Größenordnung gab es bisher nur in der heißen Phase der Finanzkrise 2008/2009.

Top-Käufe

SAP

Insider: Vishal Sikka

Volumen: 108.001 Euro

Hannover Rück

Insider: Irene Arrago

Volumen: 36.000 Euro

Jenoptik

Insider: Brigitte Ederer

Volumen: 19.700 Euro

Eon

Insider: Bernhard Reutersberg

Volumen: 9.510 Euro

Damit hat das Insider-Barometer wieder das Niveau von Mitte April erreicht. Damals ging es mit dem Dax anschließend innerhalb von zwei Monaten um rund 800 Punkte bergab, ehe ab Juni die Trendwende nach oben einsetzte. Eine kurzfristige Korrektur wie damals halten die Experten der Landesbank Berlin für nicht ausgeschlossen, nachdem der Dax allein im September schon 500 Punkte zugelegt hat.

Das aktuelle Niveau von 99 Punkten ist jedoch auch kein Zeichen von Panik. Die Vorstände und Aufsichtsräte der deutschen Topkonzerne zeigen damit lediglich, dass sie bei Aktien in den kommenden Wochen kein größeres Potenzial als bei anderen Anlageklassen sehen. „Auszuschließen sind weitere Verkäufe bei hohen Indexständen jedoch nicht“, sagt Professor Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance. Er beobachtet seit Jahren, inwieweit Firmeninsider Aktien ihrer Unternehmen kaufen und verkaufen - und weiß, wann kritische Punkte erreicht sind, die auch Privatanleger als Signal verstehen sollten. Im Moment ist wieder eine solche Phase.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

24.09.2012, 12:16 Uhr

Es ist kein Wunder, wenn große fast kostenlose Aktien-Optionen an den Managern und Aufsichtsräten geschenkt werden.
Der normale Aktionär wird hier regelrecht betrogen. Die Aktien-Optionen sind vergleichbar mit der Inflation. Wenn man Geld druckt steigt die Inflation, Geld wird entwertet, die Sparer werden betrogen. was Dragi gerade macht. Wenn man Aktien druckt steigt die Verwässerung, also es findet ein Bestehlen der Aktionäre durch Management statt. Diese geschenkte Aktien-Optionen, finden ihren Weg in den Markt und erzeugt den Eindruck, dass die Manager keinen Vertrauen zum eigenen Unternehmen haben.

undweg

24.09.2012, 12:24 Uhr

Aktien kaufen ist sicherlich sinnvoll, das wertlose Papiergeld (Draghidrachme) muss in was Werthaltiges umgetauscht werden.

scharfschuetze

24.09.2012, 13:20 Uhr

Und das Handelsblatt versucht mit seiner "Schlagzeile" "die Insider steigen aus" zur allgemeinen Vrunsicherung beizutragen.
Ein toller Beitrag, die Herrschaften!

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