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14.08.2011

14:19 Uhr

Anlagestrategie

Dividendenstrategie für stürmische Zeiten

VonChristian Schnell

Ist die jährliche Ausschüttung hoch genug, lässt sich auch eine Durststrecke an der Börse verschmerzen. Vor allen in turbulenten Phasen zahlt sich die Dividendenstrategie aus. Das weiß auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Anleger, die die Dividendenstrategie verfolgen, investieren langfristig. Quelle: dapd

Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Anleger, die die Dividendenstrategie verfolgen, investieren langfristig.

FrankfurtBayern-Präsident Uli Hoeneß geht es momentan wie vielen Anlegern, die eher gelassen auf den Verfall der Kurse blicken. Auch wenn er die Aktien der Deutschen Telekom schon vor fünf Jahren gekauft habe, als der Kurs noch weit über den 9,20 Euro von gestern stand, habe er kein Geld verloren. „Sie ist weiter meine Lieblingsaktie“, sagte Hoeneß jüngst dem Handelsblatt. Vor allem wegen der hohen Dividende, mit der der einstige Staatsmonopolist jährlich seine Aktionäre erfreut. 70 Cent sind es im Moment, was einer Rendite von 7,6 Prozent entspricht.

Damit lässt sich vieles verschmerzen, auch der jüngste Kursverfall. Wer eine Dividendenstrategie verfolgt, für den spielen aktuelle Kursentwicklungen nur eine Nebenrolle. Solche Anleger sehen eine Aktie als Langfristanlage: Sie wird nicht verkauft, wenn die Zeit nicht danach ist, und sie bringt jedes Jahr eine erkleckliche Zahlung.

Wer jedoch dieses Geld als willkommene Auffrischung der Urlaubskasse oder als Belohnung für erfolgreiches Anlegen versteht, der macht bereits den größten Fehler. Dividenden gehören gleich wieder investiert – und zwar in die selben Aktien. „Eine der bemerkenswertesten statistischen Eigenschaften von Dividenden ist ihr Einfluss, den sie auf lange Sicht auf die Aktienrendite haben“, sagt Oliver Plein von der Fondsgesellschaft DWS.

Wissenschaftler haben das über Jahrzehnte hinweg eindrucksvoll bewiesen. Kenneth R. French, Finanzprofessor an der Tuck School of Business im amerikanischen Hanover, hat berechnet, wie sich die Renditen aller Aktien im breit gestreuten Leitindex S&P 500 von 1926 bis heute entwickelt hätten, wenn die Dividende gleich wieder angelegt oder alternativ konsumiert worden wäre. Hätte ein Anleger sie seither in Urlaub, Auto oder die neueste Mode gesteckt, dann käme er auf durchschnittlich 5,35 Prozent im Jahr. Hätte er stattdessen die Summe gleich wieder in Aktien angelegt, wäre die Rendite schlagartig auf 9,67 Prozent nach oben geschnellt. Sein Anlageerfolg wäre somit beinahe doppelt so hoch ausgefallen.

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