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01.08.2014

16:08 Uhr

Anleger-Sorgen

Adidas-Aktie stürzt weiter ab

Der Kursrutsch geht weiter: Viele Anleger stoßen zum Wochenschluss ihre Adidas-Aktien ab. Analysten sehen mit Sorge die Flaute im Golfgeschäft und halten die Werbeausgaben des Konzerns für zu hoch.

Analyser to go

Deutsche Bank rät zum Verkauf von Adidas

Analyser to go: Deutsche Bank rät zum Verkauf von Adidas

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HerzogenaurachNach der Gewinnwarnung vom Vortag hat die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas am Freitag ihren Kursrutsch fortgesetzt. Die Papiere notierten zwischenzeitlich mit 57,73 Euro um knapp 3 Prozent schwächer. Sie verloren damit innerhalb von zwei Tagen ungefähr ein Sechstel ihres Werts. Adidas hatte am Donnerstag angesichts wachsender Probleme in Russland und größerer Schwierigkeiten im Golfgeschäft überraschend seine Gewinnprognose nach unten korrigiert.

Analysten hatten daraufhin den Wert der Aktie, der am Jahresanfang noch bei 90 Euro gelegen hatte, auf 65 Euro taxiert. Inzwischen sieht die Deutsche Bank ihn sogar nur noch bei 51 Euro. Analyst Michael Kuhn und andere Beobachter führten den Kursrutsch auf längerfristige Probleme zurück. Kritisch stuften sie auch die hohen Werbeausgaben ein. Viele Anleger fragten sich etwa, ob der Ausrüstervertrag mit dem englischen Fußball-Erstligisten Manchester United wirtschaftlich gerechtfertigt sei, hieß es in Analystenkreisen.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Auch über die Geschäfte der Adidas-Golfsparte zeige man sich irritiert. Hier gebe es die Befürchtung, dass mit dem Ende des Golfbooms der Markt zusammenbricht. Der Umsatzanteil der Golfsparte habe zwar 2013 lediglich bei 8,5 Prozent gelegen, das Geschäft sei aber hoch rentabel gewesen. Eine Adidas-Sprecherin räumte am Freitag ein, dass die Sparte inzwischen nicht mehr so stark wachse wie in den vergangenen zehn Jahren. Im Moment überlege man, wie man sich auf das veränderte Marktumfeld einstelle.

Adidas-Chef Herbert Hainer kündigte unterdessen an, die einzelnen Marken des Sportartikelherstellers weiter zu stärken und den Konzern für den langfristigen Erfolg gut aufzustellen. „Im Vorfeld unseres nächsten strategischen Fünfjahresplans werden wir nun viel aggressiver im Markt auftreten“, betonte er laut Unternehmensmitteilung. So will der Adidas-Chef „Märkte bereinigen und in Wachstumschancen investieren“. Dadurch werde das Unternehmen seinen Konzerngewinn mittel- und langfristig „auf ein höheres und konstanteres Niveau steigern können“, gab sich Hainer zuversichtlich.

Von

dpa

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