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23.07.2013

11:30 Uhr

Apple vs. Google

Das epische Duell

VonJörg Hackhausen

Apple und Google kämpfen um die Vorherrschaft in der digitalen Welt. Auch an der Börse lassen die beiden Tech-Giganten fast alle hinter sich. Die Frage ist nur: Welche Aktie ist die bessere? Wir machen den Vergleich.

Ring frei: Der Kampf zwischen Apple und Google geht in die nächste Runde.

Ring frei: Der Kampf zwischen Apple und Google geht in die nächste Runde.

DüsseldorfApple gegen Google - die beiden Konzerne kämpfen um nichts weniger als um die Vorherrschaft in der digitalen Welt. Auch wenn man es nicht ganz so martialisch ausdrücken mag, dann geht es immer noch um sehr viel Geld. An der Börse war kaum ein Unternehmen in der vergangenen Dekade so erfolgreich wie die beiden: Die Aktie von Apple hat um fast 4000 Prozent zugelegt, die von Google immerhin um fast 1000 Prozent.

Die große Frage ist: Welcher der beiden Konzerne wird die Anleger in Zukunft begeistern – und welche Aktie ist die bessere? Wir schauen die wichtigsten Kriterien an.

Börsenwert
Apple war schon ganz oben, zumindest kurz. Im vergangenen Jahr überholte Apple den Ölkonzern Exxon als größtes börsennotiertes Unternehmen der  Welt. Die Börse bewertete Apple zu diesem Zeitpunkt mit rund 660 Milliarden Dollar. So viel war überhaupt noch nie ein einzelnes Unternehmen wert, nicht einmal Microsoft zu Zeiten des Dotcom-Hypes. Seitdem ist der Börsenwert zwar gesunken, und Exxon ist inzwischen wieder das teuerste Unternehmen. Aber Apple ist immer noch rund 400 Milliarden Dollar wert.

Da kann Google nicht mithalten. Der Konzern aus Mountain View kommt „nur“ auf eine Marktkapitalisierung von 300 Milliarden Dollar. Doch wenn Google weiter so schnell wächst, könnte es in nicht allzu ferner Zukunft vorbeiziehen. Noch liegt aber Apple vorne.

Punkt für Apple 1:0

Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

Platz 10

Chevron

Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 9

Nestle

Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

Branche: Konsumgüter

Platz 8

IBM

Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 7

Microsoft

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 6

General Electric

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Mischkonzern

Platz 5

Wal-Mart

Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

Branche: Handel

Platz 4

PetroChina

Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 3

Berkshire Hathaway

Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

Branche: Investment

Platz 2

Exxon Mobil

Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 1

Apple

Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Berechnung

Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

Kursentwicklung
Auf lange Sicht liegt Apple also vorn. Wer sich die jüngere Vergangenheit anschaut, kommt allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. Seitdem die Apple-Aktie im vergangenen September ihr Allzeithoch bei 705 Dollar erreicht hatte, ging es kräftig abwärts, insgesamt um fast 40 Prozent auf 425 Dollar. Im selben Zeitraum hat die Aktie von Google um mehr als 20 Prozent auf mehr als 900 Dollar zugelegt.

Auf den ersten Blick scheinen beide Entwicklungen nichts miteinander zu tun zu haben. Schließlich haben beide Konzerne unterschiedliche Geschäftsmodelle. Apple verdient sein Geld mit Produkten wie iPhone und iPad, Google kennen die meisten als Erfinder der gleichnamigen Suchmaschine. Tatsächlich sind beide längst in das Revier des anderen eingedrungen, was nicht zuletzt zu erbitterten Gefechten auf dem Markt für Smartphones führt. Mit Android, seinem Betriebssystem für mobile Geräte, erreicht Google inzwischen einen Marktanteil von 70 Prozent, Apple kommt nur noch auf weniger als 20 Prozent. Der Erfolg von Google erklärt einen Teil der Schwäche von Apple - und umgekehrt.

Punkt für Google 1:1

Bewertung
Der Kursrutsch bei Apple hat sein Gutes. Gemessen am Gewinn gibt es die Aktie jetzt günstiger. Das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Apple liegt bei zehn, was bedeutet, dass das Unternehmen an der Börse mit dem zehnfachen eines Jahresgewinns bewertet ist. So günstig gab es Apple-Aktien seit langem nicht mehr. Vor einem Jahr lag das KGV noch bei 15.

Noch eindeutiger fällt der direkte Vergleich zu Google aus, wo das KGV bei 20 liegt. Die Aktie von Google ist also doppelt so hoch bewertet wie die des Konkurrenten. Die Anleger erwarten von Google, dass das Unternehmen seine Gewinne künftig stärker steigern kann. Allerdings muss Google die hoch gesteckten Erwartungen erst einmal erfüllen. Apple hat den Vorteil, dass es die Erwartungen leichter übertreffen kann.

Punkt für Apple 2:1

Kommentare (5)

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NO_GO

23.07.2013, 12:17 Uhr

Google und Apple, beides sind Schnüffelkonzerne die sich mit der NSA gemein gemacht haben. Damit sind sie für viele Konsumenten bereits unter dem Prädikat NO GO abgelegt. Da die Aktien schon ihre Hochphasen erreicht haben glaube ich persönlich nicht an weiteres Chancenpotential.
Daher Google - Apple "Nein Danke".

Account gelöscht!

23.07.2013, 12:27 Uhr

Wer macht mit der NSA nicht gemeinsame Sache? Fragen wir doch mal unseren Geheimdienst-Koordinator Ronald Pofalla, die Kanzlerin weiß ja angeblich nichts :–((

PeterK

23.07.2013, 12:52 Uhr

Der Vergleich der beiden bzw. hier von einem Duell zu sprechen führt in die Irre, weil beide gemeinsam derzeit ja die digitale Welt praktisch beherrschen. Google allein den Suchmaschinenmarkt als Quasimonopolist, mit apple gemeinsam den Tablet- und Mobilemarkt zu gut 90%. Viel interessanter ist doch die Frage nach neuen Mitspielern mit teilweise neuen Strategien, die beiden die Vormachtstellung abspenstig machen wollen.
Hardwareseitig sind das natürlich zuallererst die Chinesen, die ja sowieso schon als Auftragsfertiger den allergrössten Anteil der Tabs und Phones produzieren und absehbar ihren Marktanteil kontinuierlich steigern werden, Überraschungen sind hier wohl eher nicht zu erwarten, also nichts was Kursphantasien rechtfertigen würde.
Ganz anders sieht es im Bereich der Betriebssysteme für die Mobile devices aus. Google hat hier sehr geschickt und erfolgreich auf Opensourcelösungen gesetzt und die Verknüpfung mit ihrem bisherigem Geschäftsmodell, dem sammeln und verwerten von Daten. Die positive Wahrnehmung von Opensource gegenüber geschlossenen, proprietären Lösungen wie Apple iOS oder Microsoft konnten sie erfolgreich auf ihr Geschäftsprinzip projizieren, obwohl das zunehmend Orwellsche Züge annimmt und immer weniger kontrollierbar wird. Nicht zuletzt durch die aktuellen Enthüllungen über unbeschränkte, grenzenlose Datenakkumulation wächst hier zunehmend die Wahrnehmung als Bedrohung sowohl individueller persönlicher Freiheit als auch wirtschaftlicher Bedrohungen durch Industriespionage.
Während es in einigen Bereichen immer noch als opportun gilt (und teilweise sogar damit kokettiert wird) weitgehend Ahnungslos über technische Zusammenhänge und konkrete Bedrohungen zu sein, nimmt durch die Dynamik der Ereignisse die Sensibilisierung und nachfolgend erworbene Sachkenntnis bei immer größeren Teilen der Bevölkerung immer weiter zu.
Die Datenkrake wird immer unheimlicher, je mehr Details über die technischen Möglichkeiten bekannt und bewusst werden. ->

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