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19.01.2011

16:52 Uhr

Aktien

Attraktivität mancher Chemiewerte nach Kursplus verringert

London (dpa-AFX) – Die Attraktivität einiger Titel aus der europäischen Chemiebranche hat nach Einschätzung des japanischen Analysehauses Nomura aufgrund der starken Kursentwicklungen in den vergangenen zwölf Monaten nachgelassen.

London (dpa-AFX) - Die Attraktivität einiger Titel aus der europäischen Chemiebranche hat nach Einschätzung des japanischen Analysehauses Nomura aufgrund der starken Kursentwicklungen in den vergangenen zwölf Monaten nachgelassen. Insofern sollten Investoren in einigen Fällen Positionen reduzieren. Das ändere aber nichts daran, dass das Momentum nach wie vor günstig sei, schrieben die Analysten um Jean de Watteville in einer Branchenstudie vom Mittwoch. Grundsätzlich blickten sie weiter optimistisch auf den Sektor.

Die Nomura-Experten stuften unter anderem die Titel von BASF und Lanxess ab. BASF-Aktien senkten sie von "Buy" auf "Neutral", erhöhten gleichzeitig aber das Kursziel von 64 auf 68 (Kurs: 56,58) Euro. BASF profitiere in der Regel von einer guten Autokonjunktur, die jedoch 2011 etwas moderater verlaufen sollte als 2010. Daher seien nun die Chancen für Konzerne mit einem starken Bezug zur Baubranche besser. Davon abgesehen biete bei BASF aber die Übernahme von Cognis weiteres Margenpotenzial.

Die Marktstimmung gegenüber Lanxess wiederum hänge maßgeblich von den hohen Markterwartungen mit Blick auf die Konjunktur der Autobranche ab. Die Anteilsscheine stufte Nomura von "Neutral" auf "Reduce" ab, das Kursziel wurde von 54 auf 60 (Kurs: 54,80) Euro angehoben. Als überzeugend bezeichneten die Analysten die Positionierung des Unternehmens im Gummisegment.

Das Kursziel für Bayer-Titel erhöhten die Nomura-Experten von 60 auf 53 (Kurs: 55,89) Euro, und sie blieben bei ihrem "Neutral"-Votum. Die Pharmasparte dürfte unter anhaltenden Umsatzrückgängen bei dem Multiple-Sklerose-Mittel Betaseron sowie der Anti-Baby-Pille Yasmin leiden. Insgesamt komme dem Konzern aber seine Diversifizierung zugute.

Im agrochemischen Sektor seien Hersteller von Pflanzenschutzmitteln denen von Düngemitteln zu bevorzugen. Mit Blick auf K+S blieben die Nomura-Analysten bei ihrer Verkaufsempfehlung, hoben dafür aber das Kursziel von 45 auf 52 (Kurs: 56,10) Euro an. Das Votum "Reduce" begründeten sie mit einer vergleichsweise unattraktiven Bewertung der Titel. Zudem könnten die Preise für Düngemittel im zweiten Halbjahr 2011 sinken, unter anderem aufgrund von Erweiterungen der Produktionskapazitäten.

Im Industriegase-Bereich äußerte sich die japanische Bank indes lobend zu Linde . Die Experten entschieden sich für eine Anhebung ihrer Einschätzung von "Neutral" auf "Buy" und erhöhten das Kursziel von 116 auf 140 (Kurs: 107,95) Euro. Dank einer Erholung der Anlagenbausparte und auch des Druckflaschen-Gasgeschäfts sollten Linde-Papiere den Bewertungsabschlag im Vergleich zum Chemiesektor wettmachen. Die Nomura-Prognosen für Linde lägen deutlich über denen des Marktes. Der Konzern sollte insbesondere von Verträgen im Nahen Osten, in China und in Osteuropa profitieren.

Gemäß der Einstufung "Buy" geht Nomura davon aus, dass sich die Aktie in den nächsten sechs Monaten im Vergleich zum Gesamtmarkt um fünf bis nahezu fünfzehn Prozent besser entwickeln wird. Bei der Einstufung "Neutral" rechnet Nomura damit, dass sich die Aktie in den nächsten sechs Monaten im Vergleich zum Gesamtmarkt um bis zu fünf Prozent besser oder schlechter entwickeln wird. Die Einstufung "Reduce" meint indes, dass sich die Aktie in den nächsten sechs Monaten im Vergleich zum Gesamtmarkt um fünf bis nahezu fünfzehn Prozent schlechter entwickeln wird.

Analysierendes Institut Nomura.

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