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31.10.2014

11:22 Uhr

Autozulieferer

Hella will mit frischem Geld ins Ausland

Der Automobilzulieferer will ins Ausland expandieren. Dafür muss Geld her. Das will sich Hella über den Gang aufs Parkett besorgen. Der Scheinwerferhersteller will mittelfristig in den MDax.

Überprüfung einer Heckleuchte bei Hella: Der Autozulieferer will mit dem Geld aus dem Börsengang ins Ausland expandieren. Hella

Überprüfung einer Heckleuchte bei Hella: Der Autozulieferer will mit dem Geld aus dem Börsengang ins Ausland expandieren.

DüsseldorfDer Autozulieferer Hella will sich über einen Börsengang frisches Kapital für seine geplante Auslandsexpansion besorgen. Der Scheinwerferhersteller plane für den 11. November den Gang aufs Parkett in Frankfurt und Luxemburg, teilte das Familienunternehmen am Freitag mit. Allerdings würden lediglich 15 Prozent der Firmenanteile platziert, 85 Prozent blieben zunächst in Familienbesitz, betonte Jürgen Behrend, persönlich haftender Gesellschafter des vor 115 Jahren gegründeten Unternehmens.

„Die Gesellschafterfamilie wird langfristig Ankeraktionär von Hella bleiben“, sagte Behrend. Die Familie habe sich verpflichtet, 60 Prozent der Anteile bis mindestens 2024 gemeinsam zu halten und „mit einer Stimme als Familie zu agieren.“ Die restlichen 25 Prozent der Anteile der Gesellschafterfamilie unterlägen der üblichen sechsmonatigen Haltefrist.

Dem Gesellschafterkreis des vor 115 Jahren gegründeten Unternehmens mit Sitz im westfälischen Lippstadt gehören mehr als 60 Mitglieder an. Mittelfristig strebe die Firma den Aufstieg in den MDax an. Die Regeln der Börse sehen für eine Notierung im Nebenwerteindex einen Streubesitz von 25 Prozent vor oder eine Marktkapitalisierung von 500 Millionen Euro. Von beidem wird Hella nach dem Börsengang noch ein Stück entfernt sein.

Was Sie über die Börsenkandidaten wissen sollten

Zalando

ZALANDO (Online-Versand von Schuhen und Bekleidung)

Zeichnungsfrist: bis 29. September 2014
Erstnotiz: 1. Oktober 2014
Eigentümer: Kinnevik (35,6 Prozent), Global Founders/Brüder Samwer (16,7 Prozent), Bestseller/Anders Holch Povlsen (10,5 Prozent), Juri Milner (8,1 Prozent), Holtzbrinck Ventures (7,6 Prozent), Tengelmann (5,6 Prozent) und weitere.
Bewertung: bis zu 5,6 Milliarden Euro
Volumen: 441 bis 633 Millionen Euro
Banken: Morgan Stanley, Goldman Sachs und Credit Suisse.

Rocket Internet

ROCKET INTERNET (Holding von jungen Internet-Unternehmen)
Zeichnungsfrist: 24. September bis 7. Oktober 2014
Erstnotiz: 9. Oktober 2014
Eigentümer: Brüder Samwer (52,3 Prozent), Kinnevik (18,1 Prozent), United Internet (10,4 Prozent), Philippine Long Distance Telephone (PLDT, 8,4 Prozent), Access Industries (Len Blavatnik, 8,3 Prozent), Holtzbrinck Ventures (2,5 Prozent)
Bewertung: bis zu 6,7 Milliarden Euro
Volumen: 1,34 bis 1,61 Milliarden Euro
Banken: JPMorgan, Morgan Stanley und Berenberg.

Tele Columbus

TELE COLUMBUS (Kabelnetzbetreiber)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: mehrere Hedgefonds

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: JPMorgan, Goldman Sachs

TLG Immobilien

TLG IMMOBILIEN (Gewerbeimmobilien in Ostdeutschland)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: Lone Star

Bewertung: 1,5 Milliarden Euro (inklusive Schulden)

Volumen: rund 500 Millionen Euro

Banken: UBS, JPMorgan

Steinhoff

STEINHOFF (Möbelproduktion und -handel)

Zeitpunkt: nach dem 9. September

Eigentümer: börsennotiert, Gründer Bruno Steinhoff größter Aktionär

Bewertung: knapp 9 Milliarden Euro (Börsenwert)

Volumen: Wechsel von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, Kapitalerhöhung im Juli durchgeführt, möglicherweise weitere Platzierung im Zuge des Wechsels des Börsenplatzes.

Banken: Kapitalerhöhung begleitet von Barclays, BNP Paribas, Citigroup, HSBC und Commerzbank

Hella

HELLA (Autoscheinwerfer-Hersteller)

Zeitpunkt: Herbst 2014 möglich

Eigentümer: Familie

Bewertung: rund 3,5 Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: Citi, Bankhaus Lampe

Armacell

ARMACELL (Dämmstoff-Hersteller)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Charterhouse Capital Partners

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: Deutsche Bank, Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas

Goodgame Studios

Online-Spielehersteller

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015 möglich
Eigentümer: Gründer (Brüder Wawrzinek)
Banken: Bank of America Merill Lynch, Berenberg und Deutsche Bank

Scout24

SCOUT24 (Betreiber von Online-Marktplätzen)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Hellman & Friedman (49 Prozent), Blackstone (21 Prozent), Deutsche Telekom (30 Prozent)

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: rund 400 Millionen Euro (für 20 Prozent der Anteile)

Banken: Goldman Sachs, Credit Suisse als Koordinatoren (erwartet)

Siemens Audiologische Technik

SIEMENS AUDIOLOGISCHE TECHNIK (Hörgeräte)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Siemens AG

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Siemens-Aktionäre

Banken: Auswahl in Kürze erwartet

Axel Springer Digital Classifieds

AXEL SPRINGER DIGITAL CLASSIFIEDS (Online-Anzeigenbörse)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Axel Springer SE (70 Prozent), General Atlantic (30 Prozent)

Bewertung: rund drei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Douglas

DOUGLAS (Parfümerie, Einzelhandel)

Zeitpunkt: Frühjahr 2015

Eigentümer: Advent International und Familie Kreke

Bewertung: rund zwei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Hapag-Lloyd

HAPAG-LLOYD (Reederei)

Zeitpunkt: Herbst 2015

Eigentümer: (vor Vollzug der Fusion mit CSAV ) Stadt Hamburg (37 Prozent), Kühne Maritime (28 Prozent), TUI (22 Prozent), Signal Iduna (5 Prozent), HSH Nordbank (3 Prozent), M.M. Warburg & Co (2,9 Prozent) und HanseMerkur (1,8 Prozent), CSAV erhält zunächst 30, später 34 Prozent.

Bayer Material Science

Bayer Material Science: Kunststoffe
Zeitpunkt: Herbst 2015/Frühjahr 2016
Eigentümer: Bayer AG
Bewertung: bis zu 10 Milliarden Euro
Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Bayer-Aktionäre

Hella will seine Geschäfte im Ausland vor allem in Amerika und China ausbauen. Behrend kündigte an: „Mit den Erlösen aus dem Börsengang können wir den langfristigen Wachstumskurs mit Nachdruck fortsetzen.“

In einem ersten Schritt habe der Konzern über eine Privatplatzierung 11,1 Millionen Aktien zu 25 Euro je Anteilsschein ausgegeben und werde diese am 6. November über eine Kapitalerhöhung platzieren. Daraus werde Hella voraussichtlich ein Bruttoerlös von rund 278 Millionen Euro zufließen. Im Zuge des Börsengangs sei eine weitere Privatplatzierung von bis zu 5,75 Millionen Aktien geplant aus dem Besitz der Familie. Die Preisspanne werde Anfang kommender Woche veröffentlicht. Die Zeichnungsfrist werde voraussichtlich vom 3. bis zum 6. November laufen.

Das Unternehmen ist schon mit drei Anleihen im Volumen von insgesamt 1,1 Milliarden Euro am Kapitalmarkt vertreten und veröffentlicht daher bereits Quartalsberichte. Hella setzte im Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende Mai) mit weltweit knapp 31.000 Mitarbeitern 5,34 Milliarden Euro um und verdiente operativ 341 Millionen Euro. Netto blieben 230 Millionen Euro.

Von

rtr

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